Eulen im Fünfseenland

Der Habichtskauz
Jede Begegnung mit dem Ritter vom Samtflügel ist ein Erlebnis. Ganz hinreißend kann es sein, zuweilen aber auch schmerzhaft für den Beobachter, wenn die Eule ihre Jungen verteidigt und rasant angreift, dabei mit den Fängen zuschlügt und auf Kopf oder Stirn eine blutige Schramme hinterlässt. Diese wunderschöne Eule ist nur wenig kleiner als ein Uhu. Da sie ähnlich dem Habicht hell- und dunkelgrau gesprenkelt ist und einen langen Steuerschwanz hat, erinnert sie an einen Habicht, dem sie in der Wendigkeit auch in nichts nachsteht. Besonders beeindruckt ihre geringe Furcht vor dem Menschen, wen sie irgendwo in den Bäumen sitzt auch ein scheinbares „Vertrauen”. Nur solange die Jungen nicht geschlüpft sind, wenn ausschließlich das
Weibchen ... (mehr)

 

 

Der Rauhfußkauz
Falls Sie es noch nicht wissen sollten: ein Rauz ist ein Rauhfußkauz, denn die scherzhafte Kurzform ist eine Liebeserklärung an die kleine nur 25 cm große Eule, die wegen ihrer nur nächtlichen Lebensweise leicht übersehen wird. Doch ist sie auch ein Vogel des 5seenlandes, der den ganzen Winter über hier bleibt. Hinter dem Ammersee im Seeholz oder auch im Eibenwald von Wessobrunn, aber auch an den Steilhängen an der Isar und sogar im Forstenrieder Park kommt sie vor. In den Alpen aber ist sie in allen ursprünglichen Bergwäldern zu finden. Aber auch dort ist sie rar. Längst schon ist der blutrote Feuerball hinter den Waldbergen versunken. Dem Gluthauch der strahlenden Wolken ist die blaue Stunde gefolgt. (mehr)


Die Schleiereule
Der Mond steht im letzten Viertel. Wolkenfetzen jagen vor ihm dahin. Um den Dorfteich, der immer wieder im Spiel des Mondlichtes aufblitzt, schleicht Meister Reineke der Fuchs in Richtung Misthaufen, wo er Hühnerköpfe erwartet. Im Holzstall rumpelt es. Das kann nur ein Steinmarder sein, denn wer rumpelt sonst um diese Zeit? Mit der Dämmerung hat erst das heimliche Leben der Dämmerungsaktiven begonnen, die auch in hellen Nächten unterwegs sind. Der Igel rumort im Garten. Die Fledermäuse huschen nacheinander aus dem Giebel auf der Suche nach nachtaktiven Faltern. Auf den Wiesen am  (mehr)


 

 

Die Sperbereule
In einem ausgedehnten Kiefernforst mit vielen eingestreuten Birken hatte man Holz geerntet. Zurückgeblieben ist ein riesiger Schlag mit einzelnen Überhältern, abgebrochenen Baumfragmenten, die man nicht weggeräumt, sondern für die Vögel stehen gelassen hat, wie auch die Birken dazwischen und etliche Jungkiefern, die den winzigen gepflanzten Sämlingen schon etliche Jahre voraus haben. Es schaut aus wie in einer offenen Taiga. Über allem brütet die Mittagssonne. Der Morgengesang der Sing- und Rotdrosseln ist verstummt, nur das Schmelzwasser gluckst in schmalen Bächlein, denn es ist Vorfrühling. Teile der Fläche verbirgt noch der Schnee. Ein leiser Windhauch trägt das Trillern des Schwarzspechtes herüber und ... (mehr)


Der Sperlingskauz
Dort, wo in den Höhenlagen der Bergwald nicht zu dicht steht und die Stämme durch den geringen Zuwachs auch im Alter nicht besonders stark werden, sieht man ihnen ihr würdiges Alter an dem dichten Behang mit Bartflechten an. Ob die tief herabhängenden Äste der Tannen und Fichten nun mit den langen Zotteln der Bartflechte oder der krustigen Flechten-Arten überzogen sind, es gibt dem Wald ein uriges Bild. Auf dem Boden schwellen dicke grüne Moospolster und an schattigen Stellen liegt noch der Schnee. Der schmale Steig windet sich dazwischen hin, und es ist atemlos still im Dämmerlicht des zeitigen Morgens. Wir tasten uns durch diesen märchenhaften Wald bergan in Richtung der Almen. Wie feuchte lange Finger streifen zuweilen die vom Vorfrühlingsfrühdunst nassen Flechtenbärte (mehr)


 

Der Steinkauz
Mit goldenem Licht liegt die sinkende Sonne über dem Wiesengrund und leise regen sich die Blätter im Wind. In dessen noch aufsteigender Strömung kreist ein Bussard. schäckernd fliegt eine Wacholderdrossel vorüber, Rotkehlchen ticken im Gebüsch und eine Amsel zetert hysterisch. Die Grillen haben längst aufgehört zu zirpen. Nebel steigt auf und zieht auf den Wiesengrund hinaus. Nachtgeister lassen in der Stunde der Uhlenflucht die Geister des Tages in den Höhlen verschwinden
denn der Tag nimmt Abschied. Die Tiere der Nacht werden ...(mehr)

 

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Den Uhu hautnah erlebt
Der Ritter mit den Samtflügeln ist wenig scheu, doch hält der Uhu es für ratsam verborgen zu leben. Zuweilen ist es erstaunlich, dass Menschen über diesen gewaltigen und faszinierenden Vogel reden oder gar schreiben, ohne ihn je erlebt zu haben. Es spricht wohl für seine Weisheit, dass er den Menschen gar nicht aus dem Wege gehen muss, denn sie sehen ihn ohnehin nicht. Ich habe ihn als Brutvogel inmitten eines voll arbeitenden Steinbruchbetriebes erlebt, aber auch gleich angrenzend an einen Klettergarten. Als Brutvogel wohlgemerkt. Dass auf Menschen kein Verlass ist, weiß der Uhu schon lange. Denn erst hat man ihn, nicht anders als Bär, Wolf, Luchs ... (mehr)


Waldkäuze fürchten Menschen nicht

Als ich noch in Nymphenburg wohnte, habe ich den Käuzen nebenan auf dem Schornstein vom Badezimmer zugesehen, wenn sie ihre Jungen gefüttert haben. Alle meine Kauzfotos entstanden dort im Park. Manche Menschen fürchten sich, wenn in dunkler Nacht der Waldkauz ruft: "Kuwitt, kuwitt." Wer der Natur entwöhnt und abergläubisch ist, hat seinen Ruf anders gedeutet: "Komm mit, komm mit", und hat das Käuzchen zum Todesvogel gemacht, der Sterbefälle ankündigt. (mehr)


 

Die Waldohreule
Nahe dem Dorfrand steht eine verfallende Scheune, umgeben von einem Dickicht  alter Holunder und knorriger Streuobstbäumen. Hier beginnt auch entlang dem Wallgraben eine greise Feldhecke, die bis zum Waldrand reicht. Vor Generationen schon hat man die Lesesteine aus den Feldern dort hingeschüttet. Sie bieten Lebensraum für viele Tiere, genauso wie die uralten ausgedrechselt, verschrobenen und  ausgefaulten Weißbuchen mit ihrem Höhlenlabyrinth, und die gerade noch lebendige aber innen hohl gewordene Linde, die  einst aus einem Stockausschlag herauswuchs.
Zur Blütezeit summt es in den Wildkirschen und Traubenkirschen (mehr)


Die Zwergohreule

Mitten in einem verwilderten Garten steht ein uriges Haus. Niemand weiß wer es einst errichtet hat. Die Wände sind aus grob zugeschlagenem Urgestein gefügt, und so haben sie viele Generationen ausgehalten, kommen und gehen sehen. Sie haben hier gelebt und geliebt. Sie haben ihre Kinder in die Welt gesetzt, und ihre Herden versorgt. Vor allem aber haben sie mit der Natur in Harmonie gelebt als sie ihr das tägliche Brot abgerungen haben. Garten und Hofstatt um das  (mehr)


 



Die Sumpfohreule

Das damals schon ziemlich lädierte Fußbergmoos war plötzlich zu einem Geheimtipp für die Vogelfreunde geworden. Zwischen den Bülten des Pfeifengrases hatte ein ganzes Dutzend Paare der bei uns sehr seltenen Sumpfohreule gleich eine ganze Brutkolonie angelegt. Nest stand neben Nest. Das ist nicht so ungewöhnlich, denn das gehört zur Verteidigungs-strategie dieser schönen Eule (mehr)