Wald: Auf Urians Fährte, Wildschweine haben sich zurückgemeldet

Um ehrlich zu sein, auch für die heutige Jäger-Generation ist ein verwüstetes Maisfeld gewöhnungsbedürftig. Solche Maisfelder hat es vor 50 Jahren bei uns noch nicht gegeben, damit war ihr Versteck damals noch nicht so perfekt wie heute. Aber die Wälder und Felder quollen damals nach dem großen Krieg von Wildschweinen über. Die Schwarzkittel vermehrten sich explosionsartig, als die Jäger im Krieg waren. Doch als sie zurückkehrten, bekamen sie die Sache schneller in den Griff als ihnen später selber lieb war. Immerhin hatten wir damals wenig zu essen, und es ging nicht nur um die verwüstete Feldflur,

sondern auch noch um den ersehnten Braten. Unsere Wohlstandsgesellschaft hat die Menschen, aber auch die Jäger haben sich in den letzten 50 Jahren dramatisch verändert.Ich erinnere mich noch an den Goldherbst von damals, als ich 20 Jahre später den Drang verspürte wieder einmal ein Wildschwein zu erlegen. Es gab keine mehr. Wälder und Felder waren wie leergefegt, denn die Wildschweine waren nahezu ausgerottet. Ich war darum auf ein Gatter-Revier angewiesen, in dem die Uhren anders liefen. Von den Ebereschen leuchten zu 

jener Zeit die roten Fruchtbündel, aber Brombeeren konnten wir uns abschminken, die hatten die Wildschweine in diesem Gatter längst geerntet. Die Beerensträucher hatten daraufhin rotweinrote Blätter angezogen. Von den Buchen taumelten die goldenen Blätter und folgten damit den ständig herabprasselnden Bucheckern, und unter den Eichen lag alles dicht nach einer Vollmast. Ein gefundenes Fressen für die Wildschweine. Eine Jagd auf sie im Gatter von 2000 ha Größe, war gar nicht so unwaidgerecht, wie sich das anhört,

sondern eine zünftige Jagd, auf jene Schweine, die schlau und heimlich waren. Vorausgesetzt man mied die halbzahmen Schokoladen-Schweine, die von der tierliebenden Bevölkerung rund um den Eingang gefüttert wurden. Das aber hatte den Deubel, denn reihenweise gab es Unfälle, weil eine halbzahme Sau weitaus gefährlicher ist als ein Wolf oder ein wild lebender Bär. Die allzu aufdringlichen Sauen, die Menschen und Hunde angriffen, hat man daraufhin erschossen, was wiederum keine Jagd war, sondern blanke Selbst-Verteidigung.Auch jetzt rufen

die Bauern ob des Schadens wieder nach dem Jäger. Ihnen geht es nur darum, dass sie jemand von den „Schädlingen“ erlöst, und damit kehrt plötzlich der so lange geschmähte Jäger wieder in das Bewusstsein des Volkes zurück. Der ist noch ganz verwirrt, denn eben hatte man ihn noch gescholten „Wald vor Wild“ geschrieen und Tierschützer hatten ihn zu gleicher Zeit als perversen Killer geschmäht, weil er es gewagt hat sich als Erinnerung an eine Jagd die „Hörndl“ an die Wand zu hängen, was als Trophäenkult gebrandmarkt wurde. Das war es wohl zuweilen auch, aber angesichts der neu erscheinenden Wildschweine muss derzeit die neue Jägergeneration ihre Rolle erst wieder finden. Hoffen wir, dass sie das wild-gerecht macht und nicht erneut die Wildschweine ausrottet und dass sie artgerecht jagt, denn nach dem Lüneburger Modell gibt es dafür Erfahrungen die darum biologisch richtiger sind, weil die Jagd der grossen Raubtiere hierbei nachgeahmt werden soll.

Aber auch damals, als die Felder und vor allem die Wiesen zuweilen übel ausschauten, wurde Dampf gemacht wo nur eine Sau den Rüssel herausstreckte. Genau das fordern vom Jäger heute wieder die Bauern-Funktionäre, die am liebsten selbst zur Jagd blasen würden. Erinnern wir uns an damals:  Schließlich war beim Unterschreiten einer Wilddichte von 0,5 Tieren auf 100 ha die sinnvolle Bewirtschaftung nicht mehr gegeben, schon gar nicht nach biologischen Gesichtspunkten. Jagd auf Schwarzwild wurde zu einer

Zufallsnutzung. Aus der edlen Sau wurde dadurch ein armes Schwein, das aber wurde unheimlich vorsichtig. Wie oft hörte ich sie hinter mir im Dickicht brechen, aber heraus kamen sie nicht, und gesehen hat sie kaum einer. Als Rudeltiere leben Wildschweine in einer Sozialstruktur, in der sie sich wohl fühlen. Wie steht es nun mit dieser Sozialstruktur der Rotten im Naturwald? Normal haben die Bachen eine Vor- und Nachhut mit den beaufsichtigten Kindern in der Mitte. In der Regel führt eine ältere Bache, als Perlenschnur folgen die eigenen Frischlinge

und dann die der anderen Bachen. Nur gelegentlich findet man darunter auch eine Überläuferbache, die bereits  einige wenige Frischlinge im eigenen Geburtsjahr hat und die Hilfe der Mutter aufsucht, die ihre unerfahrene Tochter dann unter ihre Obhut nimmt, da sie eine alte erfahrene Bache ist und um die Hilfsbedürftigkeit der noch unerfahrenen Tochter weiß. In der ursprünglichen freien Wildbahn, wie sie von den großen Pflanzenfressern geschaffen wurde, bevorzugen sie vor allem die gemischte Wald-Steppen-Landschaft. Dieser ähnlich ist die Wald-Feld-Landschaft, wie sie der Mensch geschaffen hat, wo

zudem im Juli/August zur Halmfruchtreife oder im Oktober zur Kartoffelernte ein willkommenes Zubrot anfällt. Das sind keineswegs nur die zum Kummer der Bauern von den Schweinen umgeackerten Felder, sondern es ist auch das Nachstoppeln, das sie anlockt. Darüber ist schon viel diskutiert und lamentiert worden, weil jeder, der dem Menschen etwas wegfrisst, schnell in Verruf kommt, obwohl heutige Agrarüberschüsse das kaum erwarten lassen.  Für den Wald hingegen lässt sich eine Grenze nach oben kaum finden, weil Wildschweine zur Lebensgemeinschaft Wald gehören und für den Wald wichtig sind.

Zwar wurde im Spessart behauptet, dass Eichensaat ohne Zaun nicht mehr möglich sei, aber das müsste man wissenschaftlich erst genauer überprüfen. Doch wer von den Jägern in seiner Jagd auch angrenzende Felder hat, der hört ganz von selber auf den Bestand der Wildschweine zu erhöhen, weil der Geldbeutel beim Wildschaden-Ersatz jedem eine Grenze setzt, wie beim übrigen Schalenwild auch. Er hört auch darum von selber auf, die Grenze nach oben zu versetzen. Denn zu seinem Schrecken wird er bemerken, dass doch das eine oder andere Rehkitz auch von den Wildschweinen aufgefressen wird, so wird er hinsichtlich der Wilddichten Zurückhaltung üben. Das legt den Schluss nahe, dass zum Ausgleichen des ökologischen Gleichgewichts der

übrigen Wildarten eher die Wildsau gehört als der Luchs. Sie ist neben dem Wisent außerdem das vom Menschen am frühesten und längsten bejagte Wildtier.Die prähistorische Höhlenmalerei von Altamira zeigt bereits vor 25.000 Jahren die Sauen als Beutetiere. Dennoch haben die wenigsten Jäger die biologisch richtige Beziehung zu ihnen gefunden. Es kann aber auch sein, dass manche beim Ausbildungskurs gefehlt haben. Denn es fällt auf, dass trotz ansteigender Schwarzwildbestände die wirklich attraktiven Hauptschweine stets selten geblieben sind. Selbst in Zeiten von Auswüchsen des Trophäenkultes sind alle hegerischen Bemühungen, die sich um die Trophäen rankten, gescheitert. Auch in den so genannten Jagdgattern, wo man auf Drückjagden die Sauen nur als Wischer sieht, sind sie selten geblieben. Es ist auch schwierig beim Tempo der Sauen nicht nur zu treffen, sondern auch noch die Länge der Zähne nachzumessen, was lange Zeit ein Maßstab auf Trophäenschauen war.

Denn das seltsame an der Schwarzwildjagd ist, dass man den Grad des Jagderlebnisses dabei nach der Länge der Zähne bemisst. Da diese wiederum bei älteren Keilern zufallsabhängig ist und sich selbst mit Spektiv  fast gar nicht oder höchst ungenau beurteilen lässt, zumal auch noch sehr häufig in der Nacht geschossen wird, ist das eine Jagdart, die am ehesten an ein Roulett erinnert. Auf der Internationalen Jagd-Ausstellung 1935 in Berlin wurden 10 Keilerwaffen gezeigt, die das Bewertungsmaß von 132 Punkten überschritten. Da es aber vom Europäischen Wildschwein nicht weniger als 11 Regionalrassen gibt, ist es nicht

gerade logisch, Trophäen so verschiedener Unterarten miteinander in den Wettbewerb treten zu lassen. Die vergleichende Anatomie hat allenfalls wissenschaftliche Bedeutung. Weder das Ansehen noch die Leistung oder das Sozialprestige eines Jägers kann auf solche „Erfolge“ aufbauen. Dennoch verteilte man Goldmedaillen. Das Wachstum dieser Eckzähne ist außerordentlich variabel, und danach eine „Hege“ aufbauen zu wollen, ist ein Abenteuer, denn die wissenschaftlichen Zusammenhänge sind ungeklärt und hormonale Umstände scheinen ausgeschlossen. Auf genetische Voraussetzungen deutet der geringe Unterschied.  Versuche mit Varianten der Ernährung haben weder im Klein- noch im Großgehege Erfolge gebracht. Damit scheiden alle Hegemaßnahmen völlig aus, wenn man die Eckzähne vergrößern will, und die Trophäe ist kein Indiz einer vorbildlichen Hege. Für eine Bewertung mit Medaillen besteht kein Anlass. Ein so genanntes "Hauptschwein" beträchtlicher Größe muss damit  durchaus nicht gute Waffen haben. Eine Voraussetzung dafür ist vielmehr das Mindestalter von 5 Jahren und mehr. Denn mit 4-5 Jahren ist das Körper-Größenwachstum abgeschlossen. Da bis zu diesem Alter das Schädelwachstum zunimmt, bewirkt das indirekt einen Einfluss auf die Gewehre genannten Eckzähne. Nach diesem Schädelwachstum setzt durch Abschliff ein Stopp des Größenwachstums ein.  Nach  weiteren 2-3 Jahren Abnutzung werden sie entsprechend abgeschliffen. Erst im Alter von 6-8 Jahren haben sich die Durchmesser an der Wurzel und der Schleifecke einander angeglichen.

Mit 6-8 Jahren ist also die „Trophäe“ am stärksten. Durch Beschädigung kann sie danach wieder schlechter werden. Das vom Jäger erstrebte Trophäenalter liegt danach bei 7-8 Jahren Alter. In freier Wildbahn ist das aber kaum feststellbar und die so genannte Ernte beginnt im Alter bei 5 Jahren. Damit erstreckt sich die erstrebte und auch von Tierschützern akzeptierte Ernte durch ein Vorwegnehmen des natürlichen Alterstodes auf die Altersgruppe von 5- bis zu 9 Jahren. Trophäen hingegen im Sinne von alt und stark sind auch bei extrem hohen Schwarzwild- Beständen ein reiner Zufall.

Mit dieser Kritik an der bisherigen Bewertung will ich niemand die Freunde und Erinnerung an schöne Jagderlebnisse nehmen. Ich will nur vor einer biologischen Überbewertung warnen. Auch ein Überläufer, eine Bache oder ein Frischling, der im übrigen allemal  besser schmeckt, als ein alter zäher Keiler,  kann für den Jäger ein großartiges Erlebnis sein. Was ihn an dieses Erlebnis erinnert, und was er sich an die Wand hängt, mag ihm überlassen bleiben. Wer viel Platz hat, hängt sich über den Kamin vielleicht ein Kopf-Präparat als „lachendes Schwein“. Tierfreunde sehen das als makaber an und kontern, indem sie „Jägerköpfe“ (aus Gips) an die Wand hängen. Doch dieser Streit nutzt dem Wild und auch den Bauern nichts. Und einer vernünftigen und damit berechtigten Jagd, die das Übermaß an Zuwachs abschöpft und damit zugleich Schäden verhindert, nutzt es auch nichts.

Dabei gehen die Interessen der Jäger und jene der Bauern auseinander, denn unter den Bauern gibt es welche, die interessiert nur eine totale Vernichtung der Wühler. Aber es gibt auch andere, vor allem unter den Waldbesitzern, die haben ihren Spaß am Wildschwein, vor allem daran wenn sich einmal ein Keiler über ein Hausschwein hermacht und es verführt. Wir Jäger aber haben nun die Chance, zu zeigen was waidgerechtes Jagen ist. Das ist keineswegs ein überholter Begriff, sondern waidgerecht jagt derjenige, der dem Wild seine ritterliche Chance lässt und bei seinen Jagen so jagt wie auch die Natur selber jagen würde. Wie Wolf und Luchs oder Bären jagen, das ist waidgerecht, denn hätten wir sie noch, dann gäbe es kein Schwarzwildproblem. Sie werden auch immer nachhaltig jagen, so dass ihnen auch für die Zukunft die Beute sicher ist. Das bedeutet, das mindestens 0,5-3 Sauen auf 100 ha für den Jäger wünschenswert sind. Kirre und Ablenkfütterung durch den Jäger sind eine der Ursachen für das heutige Schwarzwildproblem. Sie sind umstritten, obwohl sie etwas anlocken und die Chance erhöhen etwas zu erwischen. Sie locken zwar auch die Sauen von den Feldern weg in den Wald, aber mehr Nahrung bedeutet auch mehr Schweine, und man erhöht damit den Bestand, also die Menge der Schweine. Der Jäger aber hat den Bauern den Wildschaden zu bezahlen. Sind es Spezialkulturen, wie in Saatzuchtbetrieben, wird es nicht nur teuer, der Schaden ist dann mit Geld nicht mehr zu reparieren. Wichtiger ist aber die Art so zu jagen, wie Wolf, Bär und Luchs jagen. Ein Versuch das nachzumachen ist die Jagdart, die nach dem Lüneburger Modell Geschichte gemacht hat, aber auch die Gefahr birgt den Bestand zu erhöhen.

Grundlage für eine Wildstands-Bewirtschaftung ist der Zuwachs, nach Prof. Biedermann in guten Jahren 148 %, in den Mastjahren bis 185 % und im Schnitt 165 %. Hierbei ist berücksichtigt, dass Frischlingsbachen 1-1,7, Überläufer 3,2-5,3 und Altbachen 5,1-5,5 Frischlinge haben. Dabei ist es eine der Eigentümlichkeiten vieler Wildarten, dass von Natur aus die männlichen Tiere, also die Keiler, häufiger sind. Um nicht mehr als den Zuwachs zu erlegen, geht die genannte Hegegemeinschaft davon aus, dass 80-90 % in der Jungendklasse gejagt werden müssen, was unumgänglich ist, um das Anwachsen der Bestände zu verhindern. Aber das Hegeziel soll der reife alte Keiler, also das Hauptschwein

sein, das ja auch keine Frischlinge bekommt. Die damit erreichte Pyramide entspricht dem Jagen der Beutegreifer, die ebenfalls überwiegend Frischlinge und Überläufer fangen würden oder das überalterte Schwein, eventuell auch als Fallwild. Von Fallwild profitiert beispielsweise der Bär. Wildschweinejagd nach dem Lüneburger Modell setzt Disziplin voraus. Keiler dürfen danach nur mit 5 Jahren oder mehr erlegt werden. Nach der Schonung aller Mittelalten ergibt sich bei den 5-8-jährigen eine Abschussquote von immerhin 6%. Die Schwierigkeit liegt natürlich beim Abschätzen des Alters, dem richtigen Ansprechen. Den Bauern kommt entgegen, dass ohne jede Schonzeit alles erlegt werden kann, was unter 40-50 kg ist. Das schmeckt auch uns am allerbesten. 90 % der Strecke muss in diesem Bereich erlegt werden, um den Bestand nicht anwachsen zu lassen. Zu verschonen ist aber alles von 50-100 kg. Diese Altersklasse bekäme also eine Schonzeit von 1.2.-30.8., bzw. eine Jagdzeit vom 1.9.-31.1. um die Gefahr etwas Falsches zu schießen zu vermindern.

Wo es ausreichend alte Schweine gibt, steigt auch die Chance einmal einen „Emil“  zu erlegen, der eigenmächtig noch älter wird, vielleicht 8 oder gar 9 Jahre alt ist. Eine Rarität wohlgemerkt, die in Freiheit außerordentlich selten ist. Wo die Schäden gar zu drastisch sind, könnte man auch gemeinschaftlich bei Sammelansitzen auf so genannte Gruppenkeiler von 5 Jahren jagen. Dabei ist es im Grunde egal, ob man sie einzeln oder bei Drückjagden erlegt. Grundsätzlich sollten aber bei Drückjagden nur Jugendklasse-Sauen erlegt werden. Für den Fall, dass einmal eine angeschossen wurde, mindert das auch die tödliche Gefahr für die Hunde, denn alte und starke Sauen sind zu wehrhaft. In Jagdgattern fängt man die alten Hauptschweine heraus und steckt sie für die Jagdtage in so genannte Aufbewahrungsgatter. In freier Wildbahn geht das nicht, abgesehen davon werden Fallen wie in anderen Staaten der EU, auch bei uns sicher bald ganz verboten sein, was sehr zu begrüßen ist, da Fallen zu stellen zwar eine Sauerei ist, aber keine Jagd.

Keine Regel ohne Reglement.  Dafür fehlt bis jetzt auch eine gesetzliche Grundlage. Man könnte das unter Freunden ähnlich regeln wie die  Lüneburger es getan haben. Wer in der falschen Klasse jagt, für den ist pro Kilo ein freiwilliges Sühne- oder Reuegeld von 10 Euro pro Kilo für die Gemeinschaftskasse fällig. Irrtümer sollen nicht kriminalisiert werden, es sei denn dass Unbelehrbare sie zur Dauereinrichtung machen. Sicher hat ein solches System auch seine Schwächen, aber es kann helfen, die Bauern zufrieden zu stellen und die Jäger aus der Rolle der Schädlingsbekämpfer zu erlösen. Es birgt freilich auch die Gefahr, dass man den Bestand weiter erhöht, wenn man sich fürchtet Fehler zu machen. Denn Jagen soll Spaß machen. Klare Sache, dass angefahrene oder anderweitig kranke, abgemagerte Stücke Ausnahmen sind, welche die Regel bestätigen. Trotz freiwilliger Schonzeit und Enthaltung ist das Schwarzwild nur der Selbstverwaltung der Jäger ausgeliefert. Wir brauchen dafür keine neuen Gesetze und behördlichen Reglementierungen, sondern nur die freiwillige Einsicht freier Bürger. Träumt doch jeder Schwarzwildjäger von einem grimmen Bassen, dem wild hauend murrend griesgramenden Schwein. Es wird auch dann immer noch Seltenheitswert haben, aber es kann helfen, nach der Wiederkehr der Sauen diese anspruchsvolle Wildart auch für kommende Generationen zu erhalten und sie nicht erneut auszurotten. Auf keine andere Art wird man in Freier Wildbahn dieses urige Wild erhalten oder mehr reife Keiler erreichen können wie sie der Jäger anstrebt. Eine angemessene Anzahl an Sauen im Wald kann niemand kritisieren. Wildschäden im Feld lassen sich auch nicht völlig vermeiden. In erträglichem Umfang werden sie auch von den meisten Bauern akzeptiert, wenn auch der Jäger den guten Willen erkennen lässt.

Wolfgang Alexander Bajohr