Maisinger See: Greifvögel

Fischadler Pandion haliaetus 
Regelmäßige Durchzügler am Ammersee und längerer Aufenthalt über längere Zeit am Zellsee. Am Maisinger See von 1942-1947 fünf Beobachtungen. Im April 1961 eine Beobachtung. Der See wäre für diese Vogelart optimal als Brutrevier geeignet, da das Nistplatz- und Nahrungsangebot günstig wäre. Ein Kunsthorst, wie im NP Müritz, könnte die Ansiedlung fördern.

Foto: Paltanavicius

Wespenbussard Pernis apivorus 
Er war einst regelmäßiger Brutvogel am Maisinger See. Heute ist er sporadisch als Gast aufgetreten. In der Umgebung stammt der letzte Brutnachweis von 1953. In der gleichen Zeit kannte ich einen Horst im Dachauer Hinterland. Einzelne Beobachtungen am Maisinger See stammen von April und Mai 1960 und Juni 1961. Wespenbussarde werden  zuweilen in großer Zahl kreisend beobachtet, wenn sie geeignete Luftströmungen für den Zug aufsuchen.

Mäusebussard Buteo buteo
Im Einzugsgebiet leben wenigstens 2-3 Paare und jedermann weiß wie wichtig der Bussard für die Mäusekurzhaltung ist. Er bleibt im Winter hier und hockt wie ein Kater vor den Mauselöchern. (mehr)

Habicht Accipiter gentilis 
Mehr noch als beim Sperber erkennt man den Habicht vor allem daran, dass man ihn nicht sieht. Die Altholzbestände, die er für seinen Horst bevorzugt, sind in den Wäldern rundum reichlich vorhanden. Unter den Vögeln am See greift er wie der Blitz zu und verschwindet wieder. Moor- und Seebereich kommen als Brutrevier nicht infrage, wohl aber als Jagdrevier. (mehr)

Sperber Accipiter nisus 
Im Jahr 1961 wird im April, 1962 im August ein Sperber gemeldet. 1971-1975 heißt es ausdrücklich: keine Beobachtungen. Das besagt wenig, da der angrenzende Wald rundum mit seinen dichten Stangenhölzern optimale Brutbiotope und der Wald mit seiner Vogelwelt reichliches Nahrungsangebot bietet. Den Sperber erkennt man meist daran, dass er heimlich ist und kaum gesehen wird. Vor allem an den Vogelfutter- (mehr)

Rohrweihe Circus aeruginosus 
In der Vergangenheit war die Rohrweihe am Maisinger See regelmäßiger Brutvogel. In der Zeit nach 1935 wurden Rohrweihen, wie viele andere Greifvögel auch, in Deutschland erbittert bekämpft. Der letzte Brutnachweis am See war 1930. Seither ist sie sporadischer und regelmäßiger Gast als Durchzügler, meist Mitte April bis Mai. Überwiegend sind das Weibchen. Im Juni 1961 war es ein Männchen. Herr Wachter vertritt die sicher richtige Meinung, dass die Rohrweihe ein zwar heimlicher aber doch regelmäßiger Brutvogel am See ist. W. Borok entdeckte mit seinem großen Spektiv in den unzugänglichen Schwimmrasen-Teilen des Sees in der Brutzeit fliegende Rohrweihen. Diese Beobachtungen konnte ich bestätigen, doch weitere Beobachtungen sind nötig.


Rohrweihe

Foto: Hubert Bosch

Kornweihe Circus cayneus
Für das Jahr 1960 wird im Oktober ein Männchen gemeldet, und zwei Weibchen. Die im Voralpenland umherstreifenden Vögel kommen meist aus Ost- und Nordeuropa zu uns, um hier im Gründlandgebiet mit gutem Mäuse-Angebot zu überwintern. Als Folge geringer Artenkenntnis wurden viele jahrelang zusammen mit allen anderen Greifvögeln totgeschossen. Seit der Jagdruhe auf Greifvögel sind sie auffallend häufiger zu sehen. Weniger bekannt ist die Gewohnheit in Schilffeldern, vor allem solchen, die kaum begehbar sind zu übernachten. Auch guten  (mehr)

Schwarzmilan Milvus migrans 
Im April 1959 und 1960 wurde je ein Vogel gesehen. Das Nahrungsangebot verendeter Fische ist optimal. Der Schwarzmilan ist an der mittleren Ammer regelmäßiger und erfolgreicher Brutvogel. Die Wahrscheinlichkeit, dass er hier den Beobachtern nur entgangen ist, scheint sehr hoch. Sorgfältige Beobachtung muss das klären (mehr)

 

Baumfalke Falco subbuteo
Hier weisen unsere Freunde den letzten Brutnachweis 1951 nach und sie sagen auch, dass man im Juli, August 1961 und im Mai 1975 noch einmal einen gesehen habe. 2002 hat er in einem alten Krähennest gebrütet und zwei Junge sind ausgeflogen. Im Jahr 2003 brütete er erneut und brachte 1 Junges durch, und vor allem haben wir ihn im Flug und das Männchen auf der Warte fotografiert. Warum er 2004 nicht wieder gekommen ist, liegt wohl an den Gefahren des Vogelzuges, oder daran, dass der Horst langsam vermodert ist. Die beiden Vögel waren keineswegs scheu, sondern horsteten nah an einem viel begangenen Weg (mehr)

Turmfalke Falco tinnunculus 
Sicher bestätigt wurden Brutpaare 1960, 1972, 1974. Auf den angrenzenden Grünlandflächen, wo es viele Mäuse gibt, sind Turmfalken regelmäßig zu sehen, besonders an den Grenzen zwischen Moor und Grünland sowie Moor und Wald, wo er mit Sicherheit horstet. Wahrscheinlich ist das Nisten aber auch im Moor, vorausgesetzt, dass die dort ständig präsenten Eichelhäher und Krähen die Brutgrundlage schaffen. Besonders die Waldinseln im Moor sind für Turm- und Baumfalke optimale Brutbiotope. Da das Moor kaum begangen wird, sind die Beobachtungen bislang lückenhaft.

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