Nationalpark Gran Paradiso
Steinböcke, Gämsen, Murmeltiere, blühende Bergwiesen und Vögel im Hochgebirge
Referent: Wolfgang A. Bajohr

Die Ausrottung der Steinböcke in den Alpen steht in engem Zusammenhang mit Wilderertum und Aberglaube an heilsame Kräfte, die man allen Körperteilen zuschrieb.
Die Verfolgung überlebten ganze 60 Tiere im Gran Paradiso, damals Jagdrevier des Königs von Italien.  Er hat die Steinböcke schon 1830 gerettet, 1922 wurde durch Zupachten weiterer Flächen daraus der erste italienische Nationalpark. Heute leben dort 5.000 Steinböcke und 8.000 Gämsen. Auf diese letzten 60 Tiere geht auch der heutige Bestand von ca. 30.000 Alpensteinböcken in den Alpen zurück.

An seinen Lebensraum stellt der Steinbock hohe Ansprüche. Natürlicherweise kommt Steinwild nur über der Baumgrenze vor, aber die Berge müssen steil genug und südlich ausgerichtet sein, damit im Winter der Schnee abgleitet und Äsung freigibt. Neben Kräutern werden Zwergsträucher geäst. Wenn die Täler metertief im Schnee versinken, ist es dort oben sonnig und schneearm. Steinböcke sind von Natur aus Kletterkünstler mit weichen Hufen, die sich am Fels festzusaugen scheinen und die noch Wände durchsteigen, wo selbst Gamswild umkehrt.

Einziger Regulator des Bestandes von Gran Paradiso ist heute der Winter und Parasiten. Da sich der Steinbock bei Feindberührung in steilste Felslagen zurückzieht, ist die Rolle regulierender Beutegreifer seit jeher umstritten. Wie bei den meisten Hochgebirgstieren reguliert sich der Bestand selbst. Eingriffe des Jägers sind nicht nötig

Eine weitere Besonderheit gibt es im Gran Paradiso zu besichtigen: Gamskindergarten – bis zu 50 Gamsbabies stehen beisammen und werden von ihren „Gouvernanten“ bewacht, während ihre Mütter weiter oben nach Äsung suchen.

Und schließlich gibt es viele Murmeltiere auf blühenden Bergwiesen.