Ammersee/ Starnberger See/ Maisinger See: Krickente (Anas crecca L.)
Text und Fotos von Wolfgang Alexander Bajohr

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Krickente Männchen

Ihren Namen verdankt die Krickente ihrem unverwechselbaren Ruf. Sie ist unsere kleinste Entenart, die in Bayern ein extrem seltener Brutvogel und ein häufigerer Wintergast ist, wenn sie aus den nordöstlichen Brutgebieten im Winter zu uns kommt. Ähnlich wie die Stockente ist sie eine Gründelente bei der Futtersuche. 

Bedingt ist sie eine Ente der Gebirgstäler und Berge, denn das höchste Brutvorkommen liegt am Arber im Bayerischen Wald auf 950 m Höhe. Brutnachweise gibt es auch im ganzen Alpenraum und von den Voralpenflüssen und -seen. So sind auch der Maisinger See, der Starnberger See und der Ammersee Brutgebiete.

Wenn Krickenten aus Osteuropa zu uns kommen, haben sie sich zuweilen in Zwischenrastgebieten auf 300-600 Enten angesammelt, die in höllischem Tempo auf unsere Seen hereinstreichen und schaukelnd Fahrt wegnehmen um landen zu können. Den Winter über bleiben sie auf eisfrei bleibenden Flussmündungen wie z.B. am Ammerdelta, oder sie fliegen weiter zum Bodensee.

Als Brutvögel sind Krickenten hier selten, vor allem weil der Lebensraum schrumpft. Zwar wurden sie bis vor einigen Jahren auch noch bejagt, aber das ist vorbei, weil man auf seltene Vögel nicht auch noch jagen kann. Sie waren ohnehin fast nicht zu treffen, weil sie rasant schnell fliegen und unstete Wendungen ausführen. Viel ist an diesen Halbenten ohnehin nicht dran, und der Mensch braucht sie nicht um sich zu ernähren. Der Jäger war es also nicht, aber der Lebensraum ist es noch heute, der schuldig bleibt. Dabei sind Krickenten anpassungsfähig, sie sind vorsichtig, schnell und scheu. Vielleicht bessert sich ihre Situation, da es wieder mehr beruhigte Zonen gibt. 

Ungeklärt ist bis heute, welchen Einfluss andere Wasservögel als Störfaktor haben. 
Das Männchen ist, wie das Bild zeigt, schmuck und bunt bezeichnet, das Weibchen unscheinbar bis auf den grünen Armspiegel, der auch noch oft im Gefieder verschwindet.

Fotos W. A. Bajohr

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