Starnberger See: Schilfsterben am Starnberger See?

Geht es den Schwänen und ihren Babys an den Kragen?
Das Schilfsterben am Starnberger See ist in der Diskussion seit langem ein Dauerbrenner. Unruhe breitet sich aus, denn viele Menschen befürchten, dass ihnen ein Stück Heimat verloren geht. Heimat aber darf nicht zum Pflegefall werden. Heimat im Sinne dieses Wortes ist ein Geschenk und eine Verpflichtung zugleich. Dieses Heimatgefühl ist kein zeitlich oder geografisch fest zu schreibender Besitz, sondern im Grund wie ein Dach. Es ist Traum und Sehnsucht zugleich, Sehnsucht nach einem

Heimattraum, den wir uns selber gestalten. So ist die Diskussion um das Schilfsterben von einer Fülle von Emotionen belastet und das Wissen um eigene Schuld lässt nach Ersatzschuldigen suchen und diese Sündenböcke sind dann die Wasservögel, obwohl die Hauptschuldigen die Menschen sind. Der See existiert seit 15.000 Jahren, und Schilf fressende Wasservögel hat es dort schon immer gegeben ohne dass jemand auf die Idee gekommen wäre, sie zum Blitzableiter zu machen. Das wäre auch gar nicht gegangen, denn damals gab es dort noch keine Menschen und damit auch keine

Drosselrohrsänger

Blitzableiter. Dennoch sind viele Tiere oberhalb und unterhalb der Wasserlinie auf dieses Schilf angewiesen, und das Problem ist ernst. Wenn es nicht gelingt das naturschützerische Trauerspiel zu beenden, wenn die momentane Entwicklung nicht aufgehalten wird, dann werden wir in absehbarer Zeit nur noch melden können: Der Starnberger See ist jetzt schilffrei!


Schwäne auf dem Nest

Gewässer-Managementplan für den See
In einer Presse-Erklärung verspricht Bayerns Umweltminister die Bedürfnisse von Naturschutz und Erholung am Starnberger See besser in Einklang zu bringen und kündigt eine ökologische Aufwertung des Gebietes an. Es heißt darin weiter: „Das Gebiet rund um den Starnberger See ist eines von sieben Feuchtgebieten in Bayern, das als Lebensraum für Wasservögel nach der Ramsar-Konvention von internationaler Bedeutung ist. Hier hat u.a. die vom Aussterben bedrohte Rohrdommel Zuflucht gefunden. Der nachtaktive Vogel benötigt als Lebensraum ausgedehnte Schilf- und Röhrichtbestände.“ Das ist alles gut und richtig, nur ist die Rohrdommel am Starnberger See eher selten oder gar nicht zu finden. Im Süden kommt gelegentlich eine überwinternde von den Osterseen herüber. Rohrdommeln

gibt es aber am Maisinger See. Dort demonstriert sie bei Tage und in großer Vertrautheit, dass sie auch mit schmalen Schilfstreifen entlang eines Baches zeitweise durchaus zufrieden sein kann und dass ein Nebeneinander von Erholung und Natur durchaus möglich ist, wenn man sie räumlich voneinander trennt und den Vogel in Ruhe lässt. Als Alibi das Bekämpfen anderer Vogelarten, die das Schilf anknabbern, taugt sie jedenfalls nicht. Richtig ist vor allem, dass man es mit dem Ramsarschutzgebiet sehr ernst nehmen muss, denn es geht einfach nicht, dass man die einen Vogelarten schützt, weil man sie als Selbstbestätigung haben will, aber andere gleich nebenan totschießt, weil man das Schilf retten will. Das würde Unruhe für die rastenden Arten bedeuten. Es geht auch nicht an in einem Ramsarschutzgebiet irgendwelchen Vögeln die Eier wegzunehmen oder Gelege zu beschädigen. Der Staat würde unglaubwürdig, wenn er geltendes Recht, in dem Fall also das Jagdgesetz demontiert oder sich über internationale Vereinbarungen hinwegsetzt und sie  im Ramsarschutzgebiet missachtet. Ein Staat muss immer als Einheit handeln.

Schilfsterben nicht nur hier ein Thema
Es gibt mittlerweile eine Reihe von wissenschaftlichen Untersuchungen, die sich  mit dem Thema „Schilfsterben“ auseinander setzen. Fast alle, ganz gleich, wessen Partei sie ergreifen, kommen zu dem Schluss, dass mehrere Faktoren in einander greifen und hauptverantwortlich die Menschen sind. Wer dem Thema im Internet folgen will, wird bald feststellen, dass Google alleine 68 wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema aufzählt und Yahoo 62. So reißerisch manche davon auch aufgemacht sind, sie verfolgen alle den Zweck die Öffentlichkeit aufzuschrecken. Geändert haben am Starnberger See

Seekanne

alle miteinander bis heute gar nichts. Der Schilfbestand hat dennoch in den letzten drei Jahrzehnten dramatisch abgenommen. Vor allem alte Fotos demonstrieren das deutlich. Es muss aber auch eingestanden werden, dass der Starnberger See schon wegen seiner großen Tiefe niemals ein typischer Schilfsee war. Aber auch von dem zeitweise vorhandenen Schilf sind allenfalls nur noch ca. 20 % vorhanden. Zusammen mit dem Schilf sind aber auch kaum beachtet Weiße Seerose, Gelbe Teichrose,  Seebinsen, Seekanne und Laichkraut verschwunden.

Die Rolle der Wasservögel
Das in sehr großer Anzahl hier überwinternde Blesshuhn, das immerhin mit 10.000 bis 15.000 Vögeln jeden Winter erscheint, brütet in kleiner Anzahl am See. Die genaue Zahl der Brutpaare ist nicht bekannt, es kommt aber als Schilf-Fresser gar nicht infrage, da es sich tauchend von Unterwasserpflanzen und somit ganz anders ernährt. Die durch ein verändertes Zugverhalten geradezu explosionsartig zunehmenden Graugänse als Wintergäste scheiden gleichfalls aus, denn sie sind in der Vegetationsperiode de Schilfes gar nicht hier. Eine kleinere Anzahl brütet im Seebereich und führt seine Jungen in das Schilf. Doch der Miniverbiss spielt absolut keine Rolle. Das gilt auch für die im Winter oft sehr hohe Anzahl der Schwäne. Bei den Schwänen brauchen die hier brütenden Paare für ihr Nest und als Deckung Schilf das die Junge durchaus auch als Schilffresser verwüsten. Die genaue Zahl der Brutpaare und die Zahl ihrer Jungen ist unbekannt. Man weiß nur dass sie nicht hoch ist.


Lucknowsee

In Mecklenburg brüten auf den Seen weit mehr Schwäne als hier, auf dem Bodden überwintern Schwäne aus dem Osten zu zehntausenden, und doch sind die Seen voll mit Schilf. Unübersehbar ist die Situation am Lucknow-See in Ostpreußen, der etwa die Größe des Pilsensees hat. Den See umgibt ein breiter Schilfgürtel. Ich habe an einem Vormittag auf diesem See 521 Schwäne gezählt. In den Spitzenjahren wächst die Population auf diesem See auf  dem Lucknainow-See auf 1500 Schwanenpaare an, die schließlich ihre Jungen führen. Obwohl alle miteinander auch vom Schilf

fressen, ist das Schilf nicht geschädigt und noch vorhanden. Die nebenstehenden Bilder demonstrieren das. Bleibt als Bösewicht die Kanadagans und deren Junge. Sie hat zweifellos zugenommen, war früher nicht hier und ist somit erst eingewandert als das Schilfsterben längst im Gange war. Bei intakten Schilfbeständen wäre ihr Triebverbiss sicher zu verkraften. Es ist aber eine Illusion zu glauben, dass man sie durch Jagd nennenswert reduzieren könnte, zumal sie im Umland überall erfolgreich brütet. Bei ihr ist der Zug längst abgefahren, wenn man sie rückwirkend zum Sündenbock machen will. Immer wenn man einen solchen braucht, sucht man sich einen Neger, der verantwortlich sein soll, und man mutet dem Jäger zu, dass er es richten soll. Ökologisch orientierte Jäger distanzieren sich davon, denn sie wissen, dass der Schaden unter den Millionen Wintergästen durch Beunruhigung  in keinem Verhältnis zum Erfolg steht. Ich habe auch Zweifel, dass wirkliche Jäger bereit sind sich in die Rolle des Kammerjägers drängen zu lassen, zumal sie die Prügel vom Tierschutz nicht einstecken möchten. Hier sind die drei Arten und die Rohrdommel eingehend beschrieben. Fast alle sind territorial und dann sehr aggressiv. Sie verteidigen ihr Revier gegen die eigene Art und sorgen schon selbst damit, dass ihr Bestand nicht in den Himmel wächst. 

Der Schilfschutzzaun der LBV-Kreisgruppe Starnberg, den Herr Werner in der Bucht bei der Roseninsel gebaut hat, ist allenfalls ein Experiment, vielleicht auch brauchbar, wenn man Schilf neu anpflanzt. Aber er stört das Landschaftsbild und schützt das Schilf nur vor Menschen und bedeutet für Tiere Unfallgefahren. Vor allem würde man aber den Fehler der Forstwirtschaft wiederholen, die jedes Jahr Zäune in einer Länge gebaut hat, dass sie von München bis Peking reichen würden!!!!  Schalenwild und Wald, lässt sich mit Wasservögeln und Schilf  kaum vergleichen. Scheue Vögel lassen sich mit Störfeuer  nicht einregulieren.

Zusammenfassung
Bis jetzt war es nicht möglich mit vertretbarem Zeitaufwand die Zahl der Brutpaare von Schwänen und Gänsearten in der Vegetationszeit festzu-stellen. Zahlen, die Man weiß zwar, dass sie nicht sehr hoch sein können, aber es liegen auch keine repräsentativen Untersuchungen mit Einzel-nachweis über Umfang und Zeitraum des Verbisses vor. Damit ist es völlig unmöglich den einzelnen Großvogel-Arten präzise Umfang und Art des Verbisses nachzuweisen. Wer dennoch ohne diese Voraussetzung Entscheidungen trifft und Kampfparolen in den Raum stellt, der ist wissen-schaftlich unglaubwürdig!

Bösewicht Insektenfraß?
Zwei auf Schilf spezialisierte Schmetterlingsarten schädigen wirklich das Schilf: Zweipunktschilfeule und Rohrzünsler. Im größten Schadensfall im Schilf am Neusiedler See bei Rust hat die Wissenschaft tatsächlich festgestellt, dass Rohrzünsler etwa 5 % der Schilfsprossen vernichtet haben. Blieben noch Gallmücken, Halmfliegen oder andere Insekten. Deren Schädigung wird auf minimale 0,3 % geschätzt, was für gesunde Bestände nie ein Problem sein kann. Pilzschaden scheidet ebenfalls aus.

Freizeitnutzung
Wesentlicher als alle Tiere miteinander ist die Beeinträchtigung durch Menschen, denn die größte Graugans ist der Mensch. Hier steht an erster Stelle der Halmbruch. Unübersehbar sind jene Schneisen, die nach immer massiverer Parzellierung der Ufer in die Schilfränder geschlagen, gedrückt, gemäht oder getreten  wurden. Auch beiderseits von Bootstegen sind die Belastungen durch Boote und Surfer unübersehbar. Wenn die Halme knicken und Wasser in das Röhrensystem eindringt führt das fortschreitend zum Fäulnisprozess, der bis ins unterirdische Geflecht des Wurzelwerkes reicht.  Wird dessen Zusammenhalt geschwächt, löst es sich auf. Wind und Wellen helfen mit und das Schilf stirbt. In gleiche Richtung sind auch die Wellen-Scherwirkungen der größeren Schiffe wirksam. Jahr für Jahr werden damit die Schilfbestände kleiner und weniger widerstandsfähig. Nicht zu unterschätzen ist auch die Auswirkung von Hochwasserständen und die Uferbefestigung. Dabei mähen manche Anlieger auch noch, entgegen dem Verbot, das Schilf unter Wasser ab. Doch auch das sind alles regionale Schäden und noch lange nicht flächendeckend wirksame.

Das große Sorgenkind Eutrophierung und Algenwachstum
Viele Seen, darunter auch der Starnberger See haben ihr biologisches Gleichgewicht längst verloren. Die Eutrophierung des Sees durch Überdüngung von außen geht eine Veränderung des gesamten Wasserhaushalts einher, der auf die gesamte Artenzusammensetzung Einfluss hat. Besonders nachteilig für das Schilf hat sich dabei auch die starke Zunahme von Algen, insbesondere aufschwimmenden Grünalgen erwiesen, denn einige der Arten scheinen dabei Toxine zu entwickeln. Sie sind nicht die primäre Ursache, wohl aber einer der zusätzlichen sekundären Faktoren für das Schilfsterben.


Weiße Seerose

Überdüngung ist ein chemischer Prozess, der die Selbstreinigungskraft des Wassers beeinträchtigt. Der stört die ökologische ausgewogene Beziehung aller Organismen zueinander. Seit 1950  ist nicht etwa nur das Schilf, es sind auch die Binsen, Weiße Seerose und gelbe Teichrose, Seekanne und Laichkräuter dramatisch zurückgegangen, ohne dass es jemand moniert hat. Während eines Zeitraums von nur 20 Jahren brachte die Überdüngung durch ein gewaltiges Übermaß an Nährstoffen und chemischen Kampfstoffen aus der Landwirtschaft den für die Flachwasserzonen dieses Sees

charakteristischen Wasserpflanzen in aller Stille den Tod. Es ist all zu bequem von den eigentlichen Ursachen abzulenken und die Wasservögel dafür verantwortlich zu machen, weil man einen Neger braucht zum Lynchen. Das meint wenigstens Succow, der große Wasservogelkenner. Die Geschichte unseres Sees beginnt vor etwa 1 Million Jahren am Ende der „Erdneuzeit“. In mehreren Eiszeiten sank die Durchschnittstemperatur zwar nur um etwa 5 Grad C. Mit jedem Vorstoß änderte sich das Landschaftsbild. Mit dem Ende der letzten „Würmeiszeit“  blieb im 5seenland neben anderen Seen der rund 20 km lange und maximal 4,7 km breite Würmsee =Starnberger See zurück. Mit einer maximalen Tiefe von 127,8 m unterscheidet er sich grundlegend von den anderen Seen mit deren großen Flachwasserzonen. Mit 2,998 Mrd. Kubikmeter ist er von allen bayerischen Seen der wasserreichste. Da er keinen nennenswerten Zufluss hat, wenn man von den Osterseen einmal absieht, füllt er sich ausschließlich mit Himmelswasser aus einem 314,73 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet.  Während der Ammersee seine Füllung  in nur 3 Jahren erneuern kann, braucht der Starnberger See dazu im Mittel 21 Jahre. Das aber macht ihn so empfindlich.
Wir können davon ausgehen, dass im Einzugsgebiet von den 314,73 Quadratkilometern etwa nur 60 Quadratkilometer Ackerland sind. Der Rest ist Wald, Wiese und Siedlungsraum. Wir können weiterhin annehmen, dass die Landwirtschaft den Acker mit 2-4 Tonnen Phosphat pro ha düngt. Davon landen aus dem Einzugsgebiet etwa mindestens 25 Tonnen im See.  Der Stickstoffeintrag dürfte bei 54 Tonnen liegen. Dabei ist der zusätzliche Stickstoffeintrag aus dem sauren Regen noch gar nicht mitgerechnet, ebenso nicht die Stickstoff-Produktion durch Gewitter. Natürlich braucht auch Schilf Stickstoff. Doch sei erinnert, dass man Streuwiesen mit Schilf und Sauergras in Fettwiesen allein damit verwandelt, dass Kalkstickstoff in aller Stille hinwegdüngt, was man im Viehfutter nicht haben will.
Bis 1973, bevor die Ringkanalisation einen weiteren Eintrag aus den Haushalten  stoppte, kamen aus dem täglichen Abwasser der Bürger ca. 3-4 g Phosphor pro Person und Tag von den Anliegern hinzu. Das ist aber überstanden und der Gewässerzustand hat sich deutlich gebessert, so dass mittlerweile die Armleuchteralge immer mehr Kolbenenten anlockt.

Wenn wir nun noch bedenken, dass jedes Gramm Phosphor in der obersten Wasserschicht des Sees 1 kg Algen wachsen lässt und diese dafür 150 g Sauerstoff brauchen, wundert uns gar nichts mehr. Denn das ist etwa jene Menge an Sauerstoff, die im 15 cbm Seewasser gelöst sind. Die Phosphatbelastung alleine verbraucht also 250 Millionen Kubikmeter Sauerstoff. Wo die Wiederanreicherung nicht ausreicht, sterben die Lebewesen früher oder später je nachdem wie viel Sauerstoff sie benötigen. Über die Einschwemmung von Atrazin, oder dem den Sevesogiften verwandten Dioxinhaltigen Spritzmittel 2.4.5.T, dem Wirkstoff-Bestandteil in vielen Pflanzenvernichtungsmitteln, wie sie in Vietnam zur Entlaubung benutzt wurden, haben wir in dem Zusammenhang noch gar nicht richtig nachgedacht. Die Zusammenhänge mit dem Schilfsterben sind erkennbar, aber es ist für den Laien schwierig sie richtig und ebenso zu deuten wie ein Chemiker.  Da es hierbei auch um das Geschäft geht, ist es einfacher andere Verantwortliche zu finden, eben die Wasservögel.
Als Brutplatz für Wasservögel spielt dieser See keine sehr große Rolle, wohl aber als Überwinterungsgewässer. Von den Brutvögeln ist allerdings der regionale Bestand der Zwergtaucher infolge des Schilfrückgangs ebenfalls deutlich zurückgegangen und auch der Drosselrohrsänger ist gefährdet. Niemand aber weiß wie viele Brutpaare der Schilffresser es gibt, was und wie viel sie fressen!


Junge Schwäne

Zum Abschluss
Wenn Badebetrieb und Bootsverkehr enden, in der zweiten Hälfte September bis Anfang Oktober,  wird der Starnberger See wieder jenes  bedeutsame Rast und Überwinterungsgewässer von internationaler Bedeutung. Da er im Sommer aber für die nahe Großstadt München ein bevorzugtes Naherholungsgebiet ist, lässt sich leicht ein Kompromiss zwischen Menschen und Erholung auf der einen Seite und den Ansprüchen der Wasservögel finden, wenn man Ruhezonen auf Teilen des Sees nicht nur ausweist, sondern auch beachtet. Diese wurden durch

Privatverträge abgesichert,  die sich automatisch verlängern, weil sich das Prinzip bewährt hat, wenn nicht die Jagd darin fehlen würde. Peinlich genug, wenn der Landesjagdverband seine Lösung des Schilfproblems mit der Flinte anbietet. Sinnvoller wäre die Unterzeichnung des von Jägern entworfenen Vertrages. Was aber die Überdüngung des Sees und die Verunreinigung mit Pestiziden angeht, darf es gar keinen Kompromiss geben. Die hierfür geforderte Konsequenz wird auch das Schilf am See wieder gedeihen lassen ohne dass einem Vogel eine Feder gekrümmt werden muss. Denn grundsätzlich hat die Waffe des Jägers in einem Ramsarschutzgebiet nichts zu suchen. Das ist internationaler Standard und eine Verpflichtung für Deutschland, über die sich auch Bayern nicht hinwegsetzen kann. Es könnte auch sein, das man in besonderen Bereichen das Schilf wieder anpflanzt, wenn das Wasser hier wieder sauber genug ist.

Wolfgang Alexander Bajohr


 Daten vom Starnberger See (Würmsee)

 Entstehung des Sees vor ca.
 Höhe über N.N.
 Fläche
 Länge
 Breite max.
 Tiefe max.
 Tiefe mittlere
 Volumen
 Umfang
 Schilfverluste seit 1950 ca.
 Niederschlagseinzugsgebiet
 Davon Ackerland ca.
 Theoretische Wassererneuerungszeit
 Auf das Ackerland ausgebrachte Phosphate ca.
 Davon landen im See ca.
 Beim Stickstoff landen im See ca.
 Sichttiefe im Winter
 Tauchtiefe der Fische essenden Vögel
 Tauchzeiten Haubentaucher, Sterntaucher... ca.



15.000 Jahren
584 m
56,4 km²
20,2 km
4,7 km
127,8 m
53 m
2,99 Mrd.m³
49,2 km
80 %  
315 km²
60 km²
21 Jahre
240 Tonnen
25 Tonnen
54 Tonnen
12 m
30-60 m
38-124 Sek.




Teichrohrsänger