Tagungsbericht: Der Rotfuchs – braucht es immer einen Schuldigen?

Tagung der Nationalpark-Akademie, Nationalpark Hohe Tauern am 10. und 11.Oktober 2013

Junge Füchse Fotos W. A. Bajohr

Schon vor 25 Jahren übte der ÖJV Kritik am Umgang der Jäger mit dem Fuchs.

Herr Dr. Kornder rügte wiederholt die Ethische Sicht, dass Jäger Füchse töten, aber nicht verwerten. Neuerdings mahnt auch der Tierschutz an, dass Jagd in Deutschland die Rechte der Tiere missachtet und ein neues Jagdgesetz überfällig sei. Land und- Forstwirtschaft nutzen zwar auch die Natur, wenn aber die Jagd überleben will, dann steht der Beweis noch aus, dass Jagd eine Nutzung von Naturgütern bedeutet. Zwar gibt es viele Mängel beim Umgang mit der Natur, aber es ist zu primitiv, den Fuchs als Schuldigen dafür zu sehen. Die Tagung wurde mit folgenden Worten eingeleitet:

Reineke weckt nach wie vor viele unterschiedliche Emotionen. Für die Einen steht er als das Symbol der Schlauheit, während ihn andere als Krankheitsüberträger fürchten.

Als Kulturfolger ist er jedoch allgegenwärtig. Die Bejagung dieser Tierart wird kontrovers diskutiert. Manch einer sieht in ihm den Rückgangsfaktor Nummer eins für zahlreiche Arten, andere treten vielmehr für eine Einstellung der Fuchsjagd ein. Viele Vorurteile, mit denen der Mensch dem Fuchs begegnet, sind in der Vergangenheit gewachsen.

Die Tagung stellt diese allseits bekannte Wildart in den Mittelpunkt. Sie widmet sich nicht nur der Biologie des Rotfuchses, sondern versucht auch aufzuzeigen, welche Rolle er als Krankheitsüberträger tatsächlich einnimmt. Weiter setzt sie sich mit den verschiedenen Bejagungsarten auseinander, welche vor allem unter dem Aspekt der Waidgerechtigkeit, Tier- und Naturschutzrelevanz betrachtet werden sollen.

Fast alle Referenten kamen aus Österreich und der Schweiz, nur einer aus Deutschland. Meine Teilnahme diente der Berichterstattung. Wir aus Deutschland wollten auch nicht die Standpunkte aus den anderen Ländern bezweifeln oder kritisieren, sondern wir hatten die Hoffnung entscheidende Anregungen mit heim zu nehmen, weil bei uns die Novellierung der Gesetze ansteht. Bei dieser Hoffnung ist es geblieben, denn zur Wende zu einem wirklich fairen Umgang mit dem Fuchs ist der Weg noch weit, viel weiter jedenfalls als wir geglaubt haben.

In Deutschland hatten noch kurz vor dieser Tagung Presse, Funk und Fernsehen über den Fuchs berichtet. Der Münchner Merkur brachte eine ganze Seite, klammerte dabei aber die Jagd aus. Er mahnte nur an, dass der Fuchs ein Wildtier sei. Sehr ungnädig war der 7-seitige Artikel zum Thema Jagd in der Zeitschrift des Deutschen Tierschutzbundes, der gnadenlos mit dem Jäger und vielen Mängeln abrechnete. Dieser Bericht war bemerkenswert sachlich. Dass es unwaidgerecht ist, Füchse erst totzuschießen und dann in der Gefriertruhe zu entsorgen, lässt sich kaum widerlegen.

Fuchsbabys sind ja wohl auch zu schade, als dass man sie erst mutwillig tötet und dann auf den Mist wirft, weil man sie nicht sinnvoll verwenden kann. Offenbar ist manchen Jägern auch entgangen, dass in §22 BJG festgesetzt ist, dass in den Setzzeiten bis zum Selbständigwerden der Jungen die zur Aufzucht notwendigen Elterntiere auch von Wild ohne Schonzeit nicht bejagt werden dürfen!!!  Bruno Hespeler machte in seinem Referat zwar klar, dass sich Minderheiten unter den Jägern so verhalten, denn nur 0,8 - 1 % der Jäger schießen im Jahr überhaupt einen Fuchs. Alle übrigen aber nicht.

In den letzten Heften der Ökojagd wurde nicht nur die Tötung eines streng geschützten Luchses gerügt, es wurde auch die Schonzeit für Mauswiesel und Hermelin, Baum- und Steinmarder und Iltis gefordert. Was wir bei der Tagung in Österreich gesucht haben, das war der faire Umgang auch mit dem Rotfuchs. Die etwa 60 Zuhörer sorgten für ein gefülltes Auditorium.

Wenn ich heute 64 Jahresjagdscheine habe, dann geht daraus hervor, dass ich auch einst manchen Unsinn im Umgang mit Füchsen gelernt habe. Immerhin habe ich aber hinzu gelernt. Ich verdanke diese Weisheiten dem Fuchsbuch von Alexander Schmook. Und schließlich bin ich dazu gekommen, Füchse draußen laufen zu lassen und sie nur noch mit der Kamera zu bejagen. Ich hatte eine dicke Bildmappe mit Fuchsfotos aller Art dabei, so dass jeder entnehmen konnte, dass meine Fürsprache für die Füchse nicht nur emotional war und ich mit Füchsen oft zu tun hatte. Der Versuch, Anregungen aus Österreich nach Deutschland zu holen, hat seinen Grund, weil ich viele Jahre bei dem größten Waldbesitzer in Österreich gejagt habe und weiß, dass man dort den Füchsen mit Liebe und Verständnis sehr wohl gesonnen war. Es gibt dort eben zwei Gruppen Jäger, jene mit den großen Eigenjagden und kleine Pächter, wie bei uns auch. Daher gibt es eben Jäger, die glauben, dass der liebe Gott bei der Schöpfung gepfuscht hat, daher wollen sie ihn korrigieren. Das nennt man dann „Hege“ und versucht ein biologisches Ungleichgewicht in der Natur herzustellen. Der Jäger wünscht dann, dass der Fuchs ihm nichts wegfrisst. Dabei ist der Fuchs ja eigentlich ein Kollege, ein Jäger, der von der Jagd lebt

Die straffe Gliederung der Vortragsthemen hat eigentlich erkennen lassen, wohin der Weg hätte gehen sollen, zu einer fairen Jagd für den Fuchs. Aus nicht erkennbarem Grund haben sich von Mal zu Mal die Autoren vom eigentlichen Thema entfernt, so dass es zu Überschneidungen gekommen ist. Krankheiten, wie Räude, Fuchsbandwurm usw. sind daher gleich von mehreren Autoren dargestellt worden. Der nachfolgende Autor hat daher wiederum bei den vorherigen oder nächsten Autor „gewildert“

Schon- und Jagdzeiten für Füchse gibt es bis jetzt nur im Berlin und im Saarland. In Baden-Württemberg bemüht man sich darum, und in Bayern hatte ich sie schon vor Jahren angeregt. Aber der BJV machte nicht mit. Obwohl es ja richtig wäre, wenn die Jagdzeit vom 1.10. bis 28.2. reichte und die Schonzeit vom 1.3.bis zum 30.9. Lebendfallen sollten der Wissenschaft vorbehalten sein. Totschlagfallen und alle Fallen, die nicht sofort töten und nicht unversehrt fangen, sind zu verbieten. Verboten werden  muss auch das Abrichten von Jagdhunden an lebenden Tieren, weil es fast immer mit Tierquälerei endet.

Oberförster Fladenhofer aus Stans brauchte nicht viele Worte, um deutlich zu machen wie man beim Grafen Meran mit Füchsen umgeht. Jagd ist auch ein Handwerk, meinte er, und sprach auch von Mutterschutz und der Herausforderung für den Jäger. Um herrliche Bälge zu zeigen braucht man nur wenige Worte, denn dass sich der Jäger kalte Füße geholt hatte, sah man den Füchsen an. Angesichts der vielen Auerhähne in diesem Revier war aber auch klar, dass man das nötige Fingerspitzengefühl haben muss und auch hat. Detailliert zeigte Fladenhofer aber auch, wie man mit Sorgfalt den Fuchs bearbeitet um ihn auch zu nutzen. Auch die Fangzähne wurden sorgsam zu Schmuck verarbeitet. Denn Müll sollte es keinesfalls werden, wenn man einen Fuchs erjagt hat. Wir kennen selbst auch diese Sorgfalt, denn für uns früher hatte der erjagte Fuchs einen höheren Stellenwert als selbst der kapitalste Rehbock.

Franz-Josef Schawalder aus Mosnang in der Schweiz berichtete als Tierarzt und Jäger über die tierschutz- und naturschutzrechtlichen Aspekte in der Schweiz. Dabei hat Tier- und Naturschutz in der Schweiz einen ganz besonderen Stellenwert. Die Vielfalt an Individualität in der Schweiz ist für uns nicht ganz einfach zu verstehen, da jeder Kanton seine eigenen Ideale und Vorschriften entwickelt. Zudem unterscheiden sich die Mentalitäten auch noch hinsichtlich des Reviersystems nach Revierjagd und Patentjagd. Entsprechend gibt es vielfältige Jagdarten auch für die Fuchsjagd. Treibjagd, wie wir sie kennen, Brackieren mit dem Hund, wobei in der Regel nur ein Hund erlaubt ist, der wiederum in der Größe bestimmte Zentimeter einhalten muss.  Passjagd und Ansitz am Luder schaffen Unterschiede, die sich wieder je nach Kanton unterscheiden. Für die Baujagd gibt es je nach Felsuntergrund aber auch anderweitig Einschränkungen, die bis zum totalen Baujagdverbot reichen. Man ist sich offensichtlich auch klar, dass Füchse den Bau als Ruhezone brauchen und dass man Fuchsbabys in Ruhe lassen muss. Auch aus USA kennen wir die Wertung, dass Fallenstellen ein Handwerk, aber beileibe keine Jagd ist. Ähnlich ist es in der Schweiz, wo Totschlagfallen nicht erlaubt sind, aber allenfalls die Lebendfalle erlaubt wird. Für wissenschaftliche Zwecke wird sie ohnehin gebraucht. In der Schweiz gibt es mit Auerhuhn und Schneehuhn sowie der Waldschnepfe aber noch besonders geschützte Arten bei denen auch beim Fuchs alles wieder ganz anders sein kann. Daneben haben in der ganzen Schweiz Füchse noch eine totale Schonzeit vom 1.März bis 15.Juni.

Wildbiologe Claude Fischer, der ursprünglich wohl aus England kommt, hat sich mit den Stadtfüchsen in Genf befasst. Sein Beitrag hatte den Titel „Wildtiere erobern die Stadt“. Wir kennen das auch bei mir vor der Haustüre und von verschiedenen Gebieten rund um München. Auch Berlin ist bekannt für seine Stadtfüchse. Gefördert wird diese Neubesiedlung in der Regel, weil die Stadtfüchse keinen Ärger mit dem Jäger haben und weil es in der Stadt viel mehr zum Essen gibt als auf dem flachen Land mit Intensivlandwirtschaft, denn da werden auch die Mäuse knapp. Nach seiner Schilderung erfolgte die Besiedlung der Stadt mit Füchsen in  atemberaubendem Tempo. Besonders die Villenviertel mit ihren Komposthaufen sind dabei bevorzugt. Vielfache Unterschlupfmöglichkeiten bieten auch die Industriegebiete. Aber auch der Stadtkern wird über Fernwechsel ständig aufgesucht. Genetische Untersuchungen zeigen, dass Stadt- und Landfüchse nicht sehr nahe verwandt sind.

Aus eigener Anschauung kann ich dazu beitragen, dass Stadtfüchse in Alaska oder an der Hudsonbay in Churchil so vertraut waren, dass wir mit ihnen spazieren gegangen sind. Überhaupt sind dort Füchse viel vertrauter als bei uns in Deutschland. Das macht uns bewusst, dass bei uns immer nur die scheuesten unter den Landfüchsen überlebt haben, so dass wir aus dem Fuchs oftmals ein extrem scheues Tier gemacht haben. Zwischen scheuen und vertrauten Füchsen besteht aber bereits ein genetischer Unterschied durch Züchtung. Obwohl für generelle genetische Variabilität die Zeit etwas zu knapp scheint.

Die Frage ob Stadtfüchse oder Landfüchse gesünder sind beantwortete Fischer, dass dieses sehr differenziert zu sehen sei. Meine Frage basierte auf der Nachricht, dass Stadtfüchse in Zürich gesünder seien. Arnim Deutz aus Murau in Österreich griff diese Frage auf und meinte, dass sich diese auf Zürich fixierte Feststellung inzwischen differenziert habe. Die meisten Stadtfüchse sterben doch wohl als Verkehrsopfer im Straßenverkehr.

Arnim Deutz aus Murau/Österreich meinte auch, dass die Füchse in der Stadt davon profitieren, weil die Stadtmenschen eine Sehnsucht nach Wildnis haben, und die Stadtfüchse erfüllen diesen Wunsch. Manche Menschen sind von den Wildtieren so begeistert, dass sie die Füchse bis ins Wohnzimmer locken. Dort sitzen sie dann behäbig auf der Ledercouch und hecheln wie ein Hund. Man sollte aber bei aller Liebe zum Fuchs bedenken, dass er ein Wildtier ist, obwohl er die Stadt für sich erobert hat.

Wildbiologe Christoph Preetz vom OÖ Landesjagdverband  versuchte nun zu klären, ob der Fuchs wirklich an allem Schuld ist. Er zeigte in der ersten Hälfte seines Referates auf, dass viele Wildtiere, an denen der Jäger interessiert ist, unter massiven Umweltveränderungen leiden. An dem Prinzip ist also nicht der Fuchs der schuldige, sondern die industrialisierte Landwirtschaft. Es entstehen im Maismarathon Felder in einer Größe von 100, ja von 1000 ha Größe. Er machte das aber nur im ersten Teil seines Vortrags klar, dass diese Vorgänge sich im Kreise drehen. Will man wirklich hegen, dann müsste man bei der Lebensraumverbesserung ansetzen, denn alleine das kann Hege sein.

In der zweiten Hälfte seines Referates schwenkte er auf die Linie um, die von den Jägern seines Jagdverbandes erwartet wird. Da macht man den Fuchs als Übeltäter verantwortlich, und man will die Hege einer Bekämpfung des Fuchses unterordnen. Es ist das gängige Rezept nach dem auch bei uns die ewig Gestrigen verfahren, um durch jagdliche Hege-maßnahmen mit Bekämpfen des Fuchses und aller übrigen Übeltäter die erwünschten Maßnahmen der Hege zu schaffen. Doch kann nur die Lebensraumverbesserung das bringen. Die Verantwortung dem Fuchs aufzubürden, ist einfach zu primitiv.

Dennoch setzte er die Behauptung in Gang, an die er wahrscheinlich selber nicht glaubt, dass 14 % der Rehkitze von Füchsen aufgefressen werden. Ich habe es hingegen wiederholt draußen gesehen, wie die Rehgeiß ihre Kitze gegen den Fuchs erfolgreich verteidigt. Da steht der Fuchs verschüchtert vor ihr, wenn sie mit den Vorderläufen auf den Boden stampft. Da stehen die Kitze im Hintergrund, und wenn der Fuchs nicht macht, dass er verschwindet, bezieht er mit den zuschlagenden Vorderläufen der Rehmutter ganz empfindlich Dresche. Es gibt natürlich durchaus Fälle, in denen er an totgemähte Kitze  kommt, oder an welche, die auf der Strasse verunglückt sind. Er könnte auch, aber das ist reine Theorie, im Augenblick der Geburt dazukommen.

Es wäre geradezu wunderbar, wenn der Fuchs dem Jäger helfen würde, für Wald vor Wild zu sorgen. Würde er wirklich in so nennenswertem Umfang wenigstens die schwachen Rehkitze reißen, die üblicherweise der Jäger an der Fütterung durch den Winter päppelt, dann sollte ihm der Ökojäger die Pfoten küssen.

Die Regel ist doch wohl, dass besonders Rötelmäuse die jungen Bäume anfressen, dass aber der Fuchs eines jener Tiere ist, die am Tag 500 Gramm Mäuse fressen, was 15 bis 20 Mäuse bedeutet. Nicht nur er frisst so viele, er braucht sie auch für jedes seiner Jungen. Als ich einen Pirschbezirk beim Bayerischen Staat hatte, da hatte mir der Förster strikt untersagt auch nur einen einzigen Fuchs zu schießen, da ja der Fuchs bei ihm die Mäuse fängt. Wie viel Unfug machen da oft Jäger um im Namen der Hege, aber zu Lasten des Waldes zu handeln. Der Fuchs hilft im Dienste des Försters dem Wald. Je mehr der Fuchs Mäuse im Wald fängt, desto besser, aber noch besser, wenn er wirklich Rehe fressen würde. Man sagt: wo der Wolf jagt, wächst der Wald. Wenn auch der Fuchs das schaffen würde, desto besser.

Es wird auch immer wieder behauptet, die Füchse gefährden Bodenbrüter. Es ist kein Drama, wenn ihm wirklich einmal einer in den Rachen rennt, dann ist das bedauerlich aber kein Drama. Gezielt jagt er sie aber ganz bestimmt nicht. 

Ich habe in meiner Bibliothek die Jahresbände der Deutschen Jägerschaft aus den Jahren der Nazi-Zeit. Darin werden auch die Länder Österreichs berücksichtigt und auch die Deutschen Ostgebiete bis hin nach Ostpreußen. Diese Bände sind angefüllt mit Jagdstatistik. Da die Nazis auch ihre Statistik für jeden Menschen, den sie umgebracht haben, führten, darf man annehmen, dass die Jagdstatistik präzise und sorgfältig geführt ist. Gemeinsam mit Wildbiologen in Weihenstephan haben wir diese Statistik ausgewertet. Es war ein Vernichtungskampf gegen Greifvögel ebenso, wie gegen alle anderen Beutegreifer einschließlich der Füchse. Interessant wird die Sache aber erst, wenn man die damaligen Rückgänge der Hasen oder Rebhühner betrachtet. Auf Grund der Bekämpfungsmaßnamen der unerwünschten Konkurrenz hätte jetzt die Zahl der Rebhühner, Hasen oder Fasanen zunehmen müssen. Das war aber nicht der Fall, vor allem die Rebhühner gingen unaufhaltsam rapide zurück. Erst später erkannte man die Quecksilberbeizung des Saatguts als Ursache. Der ganze Vernichtungskampf durch die „ Hege“ blieb wirkungslos.

Tollwut, Fuchsbandwurm und Räude

Eines ist sicher, mit dem Auftreten der Tollwut verlotterten die Sitten der Fuchsbejagung. Die Begasung der Baue traf weniger den Fuchs, der das Jahr über draußen ist, sondern vernichtete den Dachs. Bruno Hespeler schilderte den stillen Widerstand der Jäger, aber die Behörden kamen bald hinter den Trick. Dieser übelste Umgang mit den Füchsen endete erst, als mein Freund, der Rechtsanwalt Dr. Sojka die Begasung durch Gerichtsbeschluss verbieten ließ. Der Tiermediziner Kraft war es, den Frau Dr. Inge Jaffke vom Komitee gegen Vogelmord zu Hilfe gerufen hatte. Doch beim BJV hatte man Kraft nicht ernst genommen. Mit Hilfe des Österreichischen Tiermediziners Dr. Karl Schaich, einem Geschäftsfreund von mir, gelang es dann endlich, dass Kraft die Kontakte bekam, um durch die Schluckimpfung die Fuchstollwut in Deutschland auszurotten. Gemeinsam mit Schaich kümmerten wir uns um Thibebzole und damit um die Entwurmung des Schalenwildes.

Bei der Entwurmung der Füchse und Bekämpfung des Fuchsbandwurms war die Sache etwas schwieriger, da Gelder fehlten und viele Gemeinden nicht mitmachten. Doch darüber zu berichten und auch über die Fuchsräude ist das Thema von Herrn Janko.

Was ist der Fuchs?

Ein Jungjäger meinte: Der Fuchs ist a Luada. Aber ist er das wirklich? Der junge Mann irrt. Aber der Fuchs ist schlau. Denn wäre er das nicht, dann wäre er längst ausgerottet. Unter den Wildtieren unserer Heimat ist er ein ungemein faszinierendes Tier, und schön ist er obendrein. Füchse werden von den meisten Menschen geliebt. Wir haben das erst gemerkt, als der Fuchs ein Renner wurde. In unserer Website (natur-5seenland.de) haben wir die Tiere und die Natur der engeren Heimat laufend vorgestellt. Im Jahr interessieren sich etwa 260.000 Menschen für diese Werbung für die Natur. Unter den drei am meisten gefragten Tieren aber steht der Fuchs mit weitem Abstand an der ersten Stelle. Um die 25.000 zivile Bürger wollen mehr über den Fuchs erfahren. An der 2. Stelle steht das Hermelin und an der 3. Stelle die Elster.

Die Menschen lieben den Fuchs und sie verstehen meist nicht, dass Jäger Füchse schießen wollen. Wenn Jäger ihn töten, weil er ein konkurrierender Jäger ist, verstehen das die wenigsten. Dass der Jäger sich herausgefordert fühlt, weil der Fuchs so schlau ist, verstehen sie schon eher.

Bruno Hespeler stellte auch den Forstmann und Tierfotografen Hoffmann vor, der mit seiner Füchsin Feline und deren Junge Ungewöhnliches erlebte und gleich drei Bücher damit gefüllt hat. Feline war von Kindesbeinen auf ihn geprägt und da sie als freilebender und wilder Fuchs an ihn gewöhnt war, brachte sie auch ihre Fuchsbabys mit, die damit ebenfalls von Kindesbeinen an auf den Menschen geprägt wurden. Ich kenne den Autor und habe auch seine Bücher. Schade, dass dieses Thema der engen Beziehung Mensch-Fuchs im breiten Rahmen der Fuchstagung etwas untergegangen ist.

Der Fuchs in Kulturen, Sagen und Mythen

Wildbiologe Thomas Huber aus Afritz stellte sie vor

Sein Aufhänger war die weite Verbreitung über die ganze nördliche Erdhälfte. Da der Fuchs nun über viele Länder und viele Kulturen verbreitet ist, hat er auch in Kunst und Literatur seine Spuren hinterlassen.

Das reicht von der Goethe-Fassung von Reineke Fuchs bis hin zu dem Kinderlied „Fuchs Du hast die Gans gestohlen“ und den Kinderheften von Fix und Foxi. Ein eigenes Thema über den Rotfuchs. Wir wollen versuchen es im Original folgen zu lassen.

Thomas Huber moderierte dann zwei Tage lang die ganze Fuchstagung, was angesichts einiger Wiederholungen mit Verwirrungen und Überschneidungen sicher keine leichte Aufgabe war.

Ob man sich dann in Österreich doch noch entschließt, für eine Schonzeit beim Fuchs zu sorgen, muss man dort selber entscheiden. Für uns in Deutschland mag es einige Anregungen gegeben habe. Auch sollten wir dafür sorgen, den Fuchs fair zu behandeln und ihm eine Schonzeit gönnen, denn er ist eine der letzten Tierarten, die keine Schonzeit haben. Die Allgemeinheit duldet das immer weniger und der Druck auf den Jäger wächst.

Wolfgang Alexander Bajohr