Bäume: Die Drumlin-Buche von Landstetten


Foto: Hubert Bosch

In ganz Deutschland gibt es kaum einen Baum, der so bekannt ist wie diese Buche im Ammer-Loisach-Hügelland. Das kommt daher, dass dieser Baum jahrelang das Pausenbild des Bayerischen Rundfunks war. Pause aber bedeutet Ruhe, Gelassenheit, und so strahlt diese Drillings-Buche eben jene erhabene Ruhe aus, die diesen Baum so schön macht. Dabei hat er viele Gesichter, je nach Jahreszeiten oder Beleuchtung. Blattlos im Winter besticht die feine Ziselierung des Astwerks, die an einen Kupferstich höchster Natürlichkeit erinnert. Dann wieder strahlt sie im hellen Licht des

Sommers grün oder golden in der Farbenpracht des Herbstes. Im Juni aber erblüht die Wiese am Fuße dieses Drumlin auf der Westseite mit Hundertausenden von Margueriten.Der Drumlin, auf dem sie steht, ist im Sinne des Naturschutzgesetzes selbst ein Naturdenkmal und damit eine Einzelschöpfung der Natur, dessen Erhaltung wegen der hervorragenden Schönheit und Eigenart aber auch der ökologischen, wissenschaftlichen, geschichtlichen, volks- und heimatkundlichen Bedeutung und erhabener Schönheit eine Besonderheit im Fünfseen-land ist. Das Zusammenwirken als eine Einheit von Drumlin und

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Buche, also von 2 Naturdenkmälern, macht den besonderen Reiz aus. Diese Drumlins sind eine typische Besonderheit für diese Landschaft im Naturraum „Ammer-Loisach-Hügelland, das 2/3 der Fläche des Fünfseenlandes einnimmt. Diese an junge Vulkane erinnernden Hügel bestehen aus dem Grundmoränen-Material und meist in größerer Zahl ein ganzes Rudel von ihnen beisammen. Sie weisen alle in Richtung der Eisbewegung eine elliptische Form auf. Es gibt hier Plätze, an denen um die 20 Drumlins beisammen stehen. Deren Rücken haben immer eine nach Nordosten gerichtete

Längsachse, die parallel mit den großen Seen verläuft. Typisch für diese Landschaft sind auch die sogenannten Toteislöcher, trichter- oder muldenförmige Kessel in den Endmoränenwällen. Sie entstanden aus den Eisblöcken, die von den Gletschern abgetrennt wurden. Vom Schotter der Schmelzwasser umgeben und überdeckt blieben sie lange als totes Permafrosteis stehen und schmolzen sehr viel später als die Gletscher insgesamt. Kleine Seen und steile Kessel, die auch heute noch Wasser füllt, sind die Relikte dieser Eisblöcke. In den Feldern und Wiesen wurden sie leider vielfach zugeschüttet. Doch weisen Flurnamen und Namen von Streusiedlungen noch darauf hin, wie z.B. Steinlach. Nur im Wald blieben sie erhalten, oder wenn sie größer waren. Die Schlenken auf den Wiesen waren wichtig für die Feuchtwiesen und Brutgebiete der Wiesenbrüter Brachvogel, Uferschnepfe, Rotschenkel, Bekassine und anderen. Im Naturraum Ammer-Loisach-Hügelland machen diese Naturdenkmäler etwa 2/3

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des Fünfseenlandes aus, in einer mannig-faltig strukturierte Landschaft mit den vielfältig gestalteten Formen, die der Würmgletscher geschaffen hat. Da nach der Würmeiszeit keine weitere Vereisung mehr folgte, sind die steilen Endmoränen gut erhalten. Die Gletscher haben im Fünfseenland mehr als nur 5 Seen

hinterlassen und haben die Becken der großen Seen gestaltet. Trotz viefältiger Gründe für den Arten-Rückgang blieben noch immer zahlreiche Blütenpflanzen, eine reichhaltige Vegetation, Vogel- und Tierwelt übrig. Sie muss von uns künftig erhalten werden.

Text und restliche Fotos Wolfgang Alexander Bajohr