Bäume: Die Lärche (Larix decidua) im 5-Seen-Land und im angrenzenden Hochgebirge

Lärchen sind die einzigen unserer Nadelbäume, die im Herbst die Nadeln ablegen und im Frühjahr neu bekommen. Lärchenwälder in ihrer goldgelben Herbstfarbe sind gleicher-maßen ein Bild erhabener Schönheit wie im zarten Grün des Frühlings. 
Im Kreuzlinger Forst und im Hügelland von Wessling stehen eingestreut in den Mischwäldern bis zu 50 m hohe Lärchen-Bäume. Doch ist keiner dieser Bäume richtig alt, denn im Flachland ist die Lärche erst seit dem 16. Jh. heimisch. Erst Forstleute haben sie in den Mischwald gepflanzt.
Wir dürfen aber annehmen, dass sie die Eiszeiten am Rande der Tundra überlebte, denn auch heute ist sie in Sibirien und in den angrenzenden Alpen oberhalb 1600 m ein oft dominierender Baum des Hochgebirges bis auf 2400 m, dessen Krüppelformen bis auf 3000 m zu finden sind. Lärchen sind wenig verbissempfindlich und vermehren sich mit den fliegenden Samen aus den kleinen Zäpfchen problemlos.



Wirklich alte Bäume sind nur im Hochgebirge zu finden, vor allem als Schutzwald. Eine Lärche im Ultental (Südtirol) brachte es dabei auf stolze 2400 Jahre. Da sie im Hochgebirge jährlich nur Jahresringe von 1 mm und weniger zulegt, sind die im Bild gezeigten 2 m dicken Lärchen mindestens 1000 Jahre alt und damit viermal so alt wie die ganze Forstwirtschaft.
Das Holz dieser Bäume ist so schwer wie das der Eiche und als Edelholz für Möbel begehrt. Seine rotbraune dunkel werdende Farbe und schöne Maserung der Äste lassen es als Edelholz mit Tropenhölzern und selbst mit Teak spielend konkurrieren. Auch eine gemischte Verwendung als Möbelholz von Lärche und Teak ist sehr harmonisch.

Unter freiem Himmel ist es durch seinen hohen Harz-Gehalt das haltbarste aller heimischen Holzarten. Die von der Sonne dunkel gebräunten Bergbauernhöfe aus handbehauenen Lärchen-Balken stehen oft schon 500 Jahre und mehr. Sie haben seither an Schönheit nur gewonnen. Nur die Dächer aus Lärchenschindeln halten knapp so lange wie ein Ziegeldach. Bodenbewuchs des lichten Lärchenwaldes ist meist Heidelbeere und Alpenrose. Charaktervogel des Lärchenwaldes ist der Dreizehenspecht.

Biologie der Lärche 
Höhe: bis zu 50 m hoch

Alter: bis zu 800 Jahren, bei besonders guten Bedingungen 2100 Jahre 
Heimat: ursprünglich Zentralalpen; Sudeten, Karpaten
Standort: viel Sonne, meidet hohe Luftfeuchtigkeit
Holz: das härteste und dauerhafteste Nadelholz