Schmetterlinge: Empfehlungen für einen schmetterlingsfreundlichen Garten

In der Bundesrepublik ist die Gesamtfläche der privaten Gärten wesentlich größer als die der Naturschutzgebiete und ökologisch bearbeiteter Areale. Gärten tragen, wenn sie entsprechend gestaltet werden, wozu der Herbst eine günstige Zeit ist, zum Artenschutz auch für einige Schmetterlinge bei. Das betrifft durchaus nicht nur Gärten, in denen vorwiegend Wildpflanzen gedeihen sondern auch Anlagen mit konventionellen Blumensorten. Zunehmender Rückgang an Trockenrasen mit Frühblühern und an Blumenwiesen macht sich im Jahreslauf als Mangelsituation für Falter besonders während dreier Zeiten bemerkbar:

Im März für die überwinternden Falter (z.B. Kleiner Fuchs, Pfauenauge, Zitronenfalter, C-Falter, Trauermantel), Mitte Mai bis in den Juni für die große Zahl der Puppenüberwinterer sowie für die Wanderfalter aus dem Süden. Die dritte Problemzeit liegt Ende September bis Anfang Oktober. Überwinternde Falter müssen ebenso Reserven anlegen wie die nach dem Süden zurückkehrenden Wanderfalter.

Als Standort für Nektar spendende Blumen im März und im September/Oktober sind sonnige Standorte im Garten zu wählen. Für ihre Körpertemperatur und für die für das Fliegen erforderliche Thermik sind Tagfalter auf die Sonne angewiesen. Außerdem erzeugen bei ausreichend Bodenfeuchtigkeit Blüten in dieser Zeit, sonnenerwärmt, mehr Nektar als Blüten im Schatten. Als Frühlingsblumen können u.a. Winterling, ungefüllte Gänsekresse und Seidelbast empfohlen werden, allesamt Pflanzen ohne besondere Ansprüche an Boden und Kultur. Allerdings ist der Seidelbast, auf Buntsandstein oder auf sauerem Boden angepflanzt, dankbar für eine reichliche Kalkgabe. Der Zitronenfalter, der oft Blumen aufsucht, deren Farbe seiner Flügelfarbe entspricht, findet sich bei Osterglocken ein, Pfauenaugen auch bei weißen Hyazinthen.

Für die Zeit von Mitte Mai bis Juni füllen Nachtviole und Bartnelke z.T. die Wiesenblumenlücke. Ab Ende Juni zieht die Feuerbohnenblüte die neue Zitronenfaltergeneration an. Dahlien finden bei Faltern Anklang, und zwar die ungefüllten Mignondahlien. Sie blühen ebenso wie die stark frequentierten Tagetes bis zum Frost. Die gleiche lange Blühdauer erreicht man beim Sommerflieder, wenn man abgeblühte Rispen regelmäßig ausschneidet. Neben diesen Blumen dienen auch die ungefüllten einjährigen und mehrjährigen Astern mit ihrem Nektar zum Reservenanlegen für den Winter oder für den Flug nach Süden.

Die nachfolgende Pflanzenliste ist keineswegs vollständig, sie dient nur zur Anregung, in der herbstlichen Gartenplanung und -gestaltung Schmetterlingen ihre Lebenschancen zu vergrößern.

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Schwalbenschwanz auf Nachtviole
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Distelfalter auf Mignondahlie
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Kl. Fuchs auf Kosmea
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F. Landkärtchen auf Gänsekresse
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Schwalbenschwanz auf Bartnelke
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Admiral auf Calendula
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Admiral auf Rittersporn