Birkhahnbalz im Hochgebirge

Birkhahnbalz im Morgentau-Turnier der blauschwarz schillernden Hähne. Im Hochgebirge eine Balz mit vielen
Überraschungen. Sind es die Letzten, die im Skigebiet auf der Alm ihr Frühlingslied singen?

Ein richtiger Hochgebirgswinter dauert sieben Monate. Aber auch er geht einmal zu Ende, und dann wehrt er sich. Nebelschwaden ziehen herauf. Es ist wie in einer Hexenküche. Auf der Alm blubbert und kullert es. Aber es sind keine bösen Geister, die dort Wasser kochen. Es ist die Birk-hahnbalz, die wir immer seltener in der Kampfzone am Berg oberhalb des Bergwaldes erleben. Man hat uns ans Herz gelegt, ja nicht aus dem Wagen zu steigen, sondern ihn wie ein Versteckzelt zu nutzen. Ein Auto fürchten die Hähne nicht, wohl aber den Mensch. Noch immer kullern, fauchen und zischen sie, und ihr Flattersprung im Tanzreigen in der Finsternis ist dauernd zu hören. Im Wildmoos nahe vor meiner Haustüre und auch im Nachbarlandkreis, im Königsdorfer Moos, im Alpenvorland,

aber auch in den Mittelgebirgen, ist sie längst vorbei. Ich habe sie an vielen Orten noch erlebt. Nicht innerhalb vieler Generationen ist der Birkhahn ausgestorben, sondern im Zeitraum meines Lebens. Vom einstigen Zauber des Frühlingsliedes ist von der Balz des kleinen Hahnes innerhalb meiner 80 Jahre nicht mehr geblieben als die Erinnerung.

Jenseits der Landesgrenze, in Tirol, ist er noch häufiger, und im ganzen Alpenraum scheint er noch nicht gefährdet. Ja die Hähne fürchten weder die um die Balzzeit schon abgestellten Skilifte, noch ein Fahrzeug, das auf die Alm kommt. Der Versuch es umweltfreundlich, zu machen und zu Fuß anzuschleichen, ist sofort kläglich gescheitert. Auch auf Ski und mit Schneeschuhen kommt man an die Hähne nicht heran, denn auf 200 m Entfernung entscheidet er sich für die Flucht. Sehr eindringlich. Es ist ohnehin ihre Art, dass sie die Balz seit jeher auf Flucht eingestellt haben. Sie schätzen seit jeher die großen freien Flächen. Sie wollen auch viel Abstand zum Bergwald haben, denn es könnte sich ja ein Habicht oder Steinadler flach gleitend anschleichen. Die große Freifläche ist die Schutzstrategie der Hähne, denn die kann der Greifvogel nicht überwinden. Ehe er bei den Hähnen ist, sind sie längst auf und davon. Ihr Feind ist also weder der Steinadler noch der Habicht und der Jäger eigentlich ebenfalls nicht.

Überall wo Nebel die Rind der Arven und Latschen mit bizarren und oft sehr mächtigen Rauhreifkrusten oder Flechten überzieht, wo sie im Winter unter der Schneelast brechen oder Stürmen und Steinschlag trotzen, sich oft bizarr dahinwinden, wo Krüppelformen vom Unbill der Witterung während aller Jahreszeiten in der Kampfzone des Bergwaldes zeugen, ist immer auch ein Lebensraum für das Birkwild. Den Balzplatz im Berchtesgadener Land haben wir gefunden. Aus der Losung kann man ablesen, wovon sich Hähne und Hennen während des Jahres ernähren. Im Winter sitzen sie in ihren Schneehöhlen, jenen Schneeiglus unter der Schneedecke. Da rühren sie sich oft 21 Stunden lang nicht und überwintern damit genau so wie Dachs und Bär. Wenn drunten im Tal schon längst Frühling ist, beginnen sie hier oben im April im Vorfrühling mit der Balz. In manchen Jahren, wenn der Frühling sich zu lange bitten lässt, balzen sie auch auf dem Schnee, wie ihre Schleifspuren der Flügel im Schnee auch zeigen. Erst gegen Ende eines Balzmorgens balzen sie auf den Bäumen weiter. Höhepunkt der Balz ist meist um den ersten Mai herum, aber sie balzen noch den ganzen Mai, ja zuweilen über das ganze Jahr hinweg noch auf den Bäumen.

Früh morgens leuchtet der Himmel noch dunkelblau. Föhnstreifen lassen zuweilen ahnen, dass es eigentlich schon regnet, obwohl ja die Sonne vom kristallklaren Firmament strahlt. Im Tal ist es frühmorgens dann noch saukalt. Aber oben am Berg wärmt der Föhn. Märchenhaft klar stehen dann die Schneegipfel über den Almen und Bergmooren. Über dürrem Bergheidekraut staut sich die Luft und flimmert. Sattgrün wie die Latschen ist auch ein kleiner Schmetterling, der jetzt fliegt. Er schaut aus wie ein Blatt am kahlen Stängel der Heidelbeeren. Es ist der Brombeerzipfelfalter aus der Familie der Bläulinge.

Wo unter den Schritten aus dem Torfmoos Wasser quillt, vibriert der Boden. Das Schmelzwasser kann er kaum trinken. Stengellose Enziane entfalten die Blüten, azurblau leuchtet das Schusternagerl, Küchenschellen läuten den Frühling ein. Goldgelbe Gräser beugt der Wind. Die Rosmarinheide hängt ihre Glöckchen aus, an Feuchtstellen blühen Krokusse. Die Moosbeere blüht und zeigt zugleich vorjährige rund Beeren, die den Winter überstanden haben. Zarte Soldanella schaukelt im Wind. Einsame Bergpieper sind schon zurück und singen auf einem Stein. Die Ringamsel flötet von der Baumspitze. Ein Turmfalke sucht rüttelnd nach unvorsichtigen Bergmäusen. Ein Hase hoppelt vorbei. Es ist kein Schneehase, sondern hier oben ein Feldhase. Steinadler jagen über jede Unebenheit gleitend auf Beute. Er ist ja schon mit Fallwild zufrieden, das ausapert. Sein Partner brütet ja schon in der Wand und will versorgt sein. Kolkraben hingegen sind schon fertig mit der Brut und mit ihren Kindern unterwegs.
Die Balz der Spielhähne ist so einprägsam, dass ihm die Bergbauern einst deren Tanz abgeschaut haben und den Schuhplattler daraus gemacht haben. Darum ist der Birkhahn im Gebirge so beliebt. Ich habe ihm im Laufe meines Lebens schon oft belauscht, meist aber vom Versteck aus. Er hat ja bekanntlich auf jeder Feder ein Auge und ist am Balzplatz höllisch wachsam. Er balzt stets dort wo die Vegetation am niedrigsten ist, und eine gute Übersicht gegen Fressfeinde möglich ist. Die Balzlosung hat uns den genauen Platz verraten.

Als wir um 4 Uhr früh den Berg hinauf fahren, steckt alles wattedick im Nebel, und es regnet leicht. Einst verbrachten wir die ganze Nacht gleich draußen im Versteckschirm oder in einem alten Stadel daneben. An diesem Platz ist die Sache für uns neu. Wir pirschen uns mit dem Wagen an. Es ist verrückt, Birkhahnbalz vom Auto aus. Ob das klappt? Warum hat man die Berge auch soweit erschlossen? Bis auf einige Flecken ist der Schnee abgetaut, und das Skivolk ist auch fort. Hier oben auf der Skipiste sollen die Hähne balzen. Aber jetzt im Nebel sieht alles gleich aus. Am Abend waren wir schon einmal hier oben. Da saß ein Hahn auf der Stütze des Skilifts. Ich bin ausgestiegen und wollte ihn anpirschen. Auf gute 200 m Entfernung war er schon weg. Man hatte uns ja gewarnt: nicht aussteigen! Denn die Hähne reagieren mit Flucht auf den Menschen.

Die Balz beginnt im Nebel
Noch ist es still. Fern aus dem Tal klingen Schläge von Kirchenglocken herauf. Im Bergwald bellt ein Fuchs. Irgendwo flötet eine erwachende Ringamsel. Ein Feldhase, den man so hoch oben gar nicht erwartet, hoppelt mit tiefer Nase vorbei. Plötzlich ¼ vor 5 Uhr rauscht etwas in der Luft. Zischend und fauchend fliegt etwas vorbei. Es klingt wie ein Sturm. Dann poltert etwas auf den Boden. Jetzt rauscht und poltert es wieder, und immer wieder. Bald näher, bald fern. Das sind die Birkhähne, die zu ihrem Balzplatz heranstreichen.Meine Augen versuchen das Dunkel und den Nebel zu durchdringen. Aber zu erkennen ist nichts. "Tsch-chsch“ faucht es ganz nahe und unterhalb von uns. Aber zu erkennen ist nichts.

Nicht viel weiter weg antwortet es, und wenig später ist die Balz in vollen Gange. Die Birkhähne blasen zunächst einige Male heiser und beginnen dann dumpf zu kollern. Bald brodelt es ringsum, und es scheint, als wäre die ganze Alm, unter uns und über uns ein einziger Wasserkessel. Nebelschwaden, die bald lockerer, bald dichter vorüberstreichen, verstärken diesen Eindruck. „Rutturu, rutturu, rukik, urreurreurre. Rutturu, urreurreurre, urreurreurre"….. kollert es ganz nahe vor mir. „Rutturuurreurreurreurre,  Rutturuururururururururururuta", höre ich den nahe stehenden Hahn jetzt aus der allgemeinen Balzarien von allen heraus.

Langsam wird es auch heller, so dass ich die ersten Hähne erkennen kann, es wird lichter und ein Hahn balzt ganz nahe vor mir, ein weiterer dicht dahinter und einige oberhalb beim Skilift. Ich fotografiere hier immer mit dem Objektiv 2,8-400 mm. Einen Konverter brauche ich nicht, denn der Hahn ist zu nahe, und der Konverter würde eine Blende kosten. Dafür aber ist es zu dunkel. Schon wird es heller, dass man auch mehr erkennen kann. Unser Hahn hat am Tanzplatz eindeutig sein Territorium. Aber hierher und nicht weiter scheint er zu sagen, und die fauchenden Drohgebärden mit aufgerissenem Schnabel sind unmissverständlich. So kullert er wieder und trippelt ein Stück weit weg und wieder heran. Fünf Hähne balzen im Ganzen rundum. Das sind wenige, wenn man es mit Schweden vergleicht, wo wir 15 Hähne am Balzplatz hatten. Das Kollern und Fauchen wechselt ab und geht ineinander über. Manchmal scheint es, als brodle die ganze Luft. Ein Hahn sitzt immer ganz nahe vor mir und pickt wie gelangweilt im dürren Gras. Es ist eine Art von Scheinäsen. Er beginnt dann wieder zu trippeln, als ob er rollt, und dann vibriert der Hals unter immer heftigerem Kollern. Dann reckt er den Stingel (Hals) hoch, bläst fauchend und bläst wieder.
Er macht einen 3 Meter hohen Flattersprung und faucht dabei wie närrisch. Herrlich leuchtet dabei der Schwarzweiß-Kontrast der weißen Flügel-Unterseiten und der schneeweiße Flaum unter den gebogenen Sicheln des Spiels. Der manchmal mehrere Meter weite Flatterflug und der weit häufigere Flattersprung auf der Stelle dient nach Meinung der Wissenschaft dazu, den Schwarzweißkontrast des Gefieders möglichst wirkungsvoll zur Schau zu bringen. Wir versuchen die Flattersprünge zu fotografieren, aber das geht immer zu schnell. Weil das mit 400 mm nicht zu schaffen ist, versuche ich es mit dem 200 mm Objektiv. Und da klappt es erstmals auch die blitzschnellen Sprünge aufzunehmen.

Der Tau an Heide und Halmen reflektiert rosig die Strahlen. Die blutroten Rosen am Kopf der Hähne leuchtet noch kräftiger und das blauschwarze Gefieder beginnt zu schillern in den Farben des Regenbogens. Je gebogener die Sicheln, je dicker die Rosen und je schwärzer schillernd der Rücken, desto älter der Hahn. Die jungen Hähne sind am Rücken bräunlicher. Sie sind in der Balz auch aggressiver und temperamentvoller. Ein alter Hahn macht in der Balz oft eine Pause und sitzt eine Weile ruhig da. Er ist sich seines Territoriums sicher. Und er kann es sich leisten, den Balzarien der übrigen auch einmal stumm zu lauschen. Ich habe es früher einmal erlebt, dass ein alter Hahn am Balzplatz eingeschlafen ist.

Die Skiabfahrt ist total aper. Dort trippelt eine Henne über das Schneefeld, das noch an einer Stelle liegt, zu einem Hahn. Für die Kamera ist es zu weit entfernt, aber es ist gut zu beobachten. Den Hahn regt das mächtig an. Aber er gefällt ihr wohl nicht, denn sie fliegt flatternd auf und zu einem anderen Hahn. Jeder Hahn aber hat Territoriums-grenzen. Allerdings sind die im Hochgebirge weitläufiger, und die Hähne balzen weiter auseinander als im Flachland. Vor allem verzichten sie wegen dieser Weitläufigkeit auch auf die Prügeleien und Scheinkämpfe, wie ich sie einst im Flachland erlebt hatte.Unsere Beobachtungen und das Fotografieren wird stark durch das Wetter behindert, denn Nebel-schwaden treiben heran und manchmal ist alles dicht. Schneegraupel

treibt der Wind über die Szene, und dann regnet es auch immer wieder. Es ist saukalt, aber die Hähne stört es nicht. Jetzt, in den Tagen um den 1. Mai herum, ist Winterwetter. Bei Sonne kann natürlich jedermann fotografieren, aber die Hähne im Hochgebirge balzen bei jedem Wetter, denn das bleibt ihnen nicht erspart. Diese Aufnahmen im Nebel haben aber eine ganz eigenartige Stimmung, die man bei Sonne niemals hätte einfangen können. Inzwischen ist es ½ 7 Uhr. Die Sonne wäre schon hochgeklettert, aber sie bleibt verhüllt. Die Hähne sitzen auf kleinen Schneeflecken umher, balzen noch einige Verse lang auf Schneehaufen oder reiten auch auf die Bäume auf oder streichen ab.

Drei Tage lang fahren wir immer wieder auf die Alm hinauf. Jeder Balzmorgen ist anders. Mancher endet, wenn die Sonne oben ist. An anderen Morgen balzen die Hähne noch irgendwo stundenlang, selbst wenn die Sonne scheint. In Schweden haben wir mit Sonne eine Balzdauer von 4 ¾ Stunden erlebt, nonstop. Gegen Abend hört man auch noch irgendwo Hähne balzen. Da sitzen sie zur Abendbalz irgendwo im Latschendickicht. Doch ist die Abendbalz meist nicht so anhaltend wie die Morgenbalz. Ähnlich wie manche Vogelarten, die das ganze Jahr singen, neigen auch Spielhähne dazu das ganze Jahr zu balzen. Ich hörte sie im Herbst bei der Hirschbrunft und im Winter während der Gamsbrunft, ja selbst beim Skifahren im Winter. Am geschilderten Platz war ich drei Jahre lang, bei schlechtem und bei gutem Wetter, als im Frühling der Schnee noch 2 bis 3 Meter tief lag und in einem warmen Frühjahr, das die Balz früher enden lässt. Es war immer um den ersten Mai herum

Im Winter geht es dem Birkhahn gut, wenn man ihn in Ruhe lässt
Die Beunruhigung ist ein großes Problem, denn gut gehen kann es ihm nur, wenn er aus seinem Schnee-Iglu nicht herausgescheucht wird. Denn darin sitzt er unbeweglich, um keine Energie zu verbrauchen. Unter der Schneedecke kann es ausreichend Futter finden. Es gibt reichlich junge Triebe, Blättchen und Knospen der Zwergweiden und Alpenrosen, Heidel- und Preiselbeeren, Zwergweidenkätzchen, Grünerlenknospen und Wollgrasblüten. Lässt man sie in Ruhe, geht es ihnen unter dem Schnee ausgezeichnet. Im Herbst, wenn die Triebe verholzen, ziehen sie Beeren vor. Das sind zunächst Heidelbeeren, dann Preiselbeeren und schließlich Moosbeeren, Krähenbeeren, Trunkelbeere, die man auch Rauschbeeren nennt und Moltebeeren
Es ist ein Labyrinth von Gängen, in denen sie leben. Nur wenn der Firn beinhart friert, haben sie es schwer, wieder in ihre Unterwelt zurückzukommen. „Das Huhn schluckt Schnee“ war eine alberne Werbung für die Schneebrettfahrer und Variantenskiläufer. Denn wenn die Skiläufer hier oben sind, steht alles voller Autos und es tummelt sich buntes Skivolk. Dass es beiden vergönnt ist nebeneinander so zu leben, wie hier ist wohl in den Bergen einmalig.

Wirkliche Not leiden Birkhuhn, Schneehuhn und Auerhahn aber wohl selten, da sie auch Holziges äsen können. Sie haben sich in den Bergen die Unabhängigkeit vom Menschen erhalten, denn sie wollen nicht gefüttert werden. Sie wollen aber ihren Kropf zweimal täglich füllen können. Geht das in der Schneehöhle nicht mehr, müssen sie das kuschelige Revier verlassen und in die Winterkälte hinaus. Sie haben natürliche Schneereifen an den Füssen, damit sie nicht im Schnee versinken. Als echte Rauhfusshühner trippeln sie über den Schnee.

Stören kann tödlich sein
Birkhühner sind darauf abgewiesen, dass sie sich morgens und abends nach den jeweiligen Äsungsphasen von 1 bis 1 ½ Stunden wieder unter dem Schnee eingraben können. Dort bewegen sie sich um die 21 Stunden so gut wie gar nicht. Dennoch verlieren sie im Winter Gewicht. Wenn die Henne nach der Schneeschmelze ihre 8 Eier in das Nest legt, sind das 28 % Verlust des Körpergewichtes. Wenn Birkhühner in den Bergen überleben sollen, geht das nur mit freiwilligem Verzicht und Rücksichtnahme durch den Menschen. Gerade die Naturgenuss-Suchenden können zum Verhängnis werden. Variantenskilauf ist als solcher nicht verwerflich, wenn man die Regeln einhält, aber auch beachtet, dass ausgewiesene Trassen die Krüppelholzzonen umgehen, und die Routen den Birkhähnen Raum lassen. Die Natur im Gebirge soll ein Erlebnis sein, aber nicht nur für uns, sondern auch für kommende Generationen. Wo es dem Birkhuhn an den Kragen geht, ist das eine Frühwarnung für den Zustand der ganzen Bergnatur mit der wir in Harmonie leben müssen.

Die Jäger waren es nicht
Gerechter Weise muss man anerkennen, dass der Jäger die Art des Birkhahns nicht gefährdet hat, denn er hat allenfalls 5 % des Zuwachses erlegt. In einigen Hochgebirgsgebieten ist heute noch die Birkhahnjagd Tradition. Der Jäger will mit der Jagd das Balzerlebnis mit heimnehmen. In Skandinavien haben die Jäger kein Verständnis dafür, dass wir im Hochgebirge diesen Vogel bei der Liebe jagen. Man jagt dort nicht nur den Hahn, sondern Hahn und Henne mit dem fuchsfarbenen Spitz, dem Bellhund, aber nur dort, wo im Winter niemand die Birkhühner stört. Denn das ist viel entscheidender für ihre Zukunft als die Kritik an dem, der vielleicht einmal in seinem Leben auf den Birkhahn gejagt hat.

Wolfgang Alexander Bajohr

Alle Fotos vom Verfasser