Wald: Der Kreuzlinger Forst (nördlich von Gauting)

Landschaft und Boden
Das Alpenvorland wurde von den Gletschern der Eiszeit geformt. Eine Gletscherzunge hat die Umgebung von München glatt gehobelt. Der Boden besteht nur aus Schotter. Die Schotterebene steigt zum Gebirge hin leicht und stetig an. Die tiefen Ausläufer sind durch das austretende Grundwasser versumpft (Dachauer Moos). Die Moore wurden erst durch die Entwässerung der letzten 2 Jahrhunderte für Ackerbau und Besiedelung erschlossen. Dadurch gingen wertvolle Flora- und Faunagebiete von ca. 100 km2 verloren.
Steigt die Schotterebene über die Grundwasserhöhe, ist sie eine trockene Heide mit spärlichem Graswuchs. Ackerbau war früher kaum möglich. Etwas südlich von München liegt der ansteigende Schotter so hoch über dem Grundwasser (bis zu 40 m), daß auch kein Brunnenbau mehr möglich war. Deshalb war dieses Gebiet dünn besiedelt und mit großen Wäldern bedeckt (Forstenrieder Park, Grünwalder u. Perlacher Forst, Kreuzlinger Forst).
 



Übersichtsplan

Der Kreuzlinger Forst als Bayerischer Staatswald
Das Kreuzlinger Holz (Nordteil des heutigen Forstes) war ehemaliger Klosterwald und wurde 1803 in der Säkularisierung vom Bayerischen Staat übernommen. Zukauf des Planecker Holzes und des Frohnloher Buchets 1820. Zukauf der Schwaige Kreuzing 1846 (heutiges Wifo-Gelände), damit werden Kreuzinger Holz und Frohnloher Buchet zum "Kreuzlinger Forst" verbunden.

1854-60 Ablösung der Weide und Streurechte durch Hingabe von Waldflächen, zum Ausgleich Ankauf von landwirtschaftlichen Flächen, 1872 Abbruch der Schwaige Kreuzing. Die Flächen werden aufgeforstet, Saat und Pflanzung von Nadelholz.
Bis 1901 weitere Ankäufe (Südteil). Heutige Größe ca. 950 ha. Seit 1985 Landschaftsschutzgebiet, Bannwald-Ausweisung
Von 1990-97, nach den Stürmen Vivian und Wiebke, wurden über 100 ha wieder aufgeforstet, Ziel: artenreicher Mischwald mit Buche, Stieleiche, Bergahorn, Esche.
Heute: Gefahren für den Bestand des Waldes durch Straßen- und Bauplanungen.


Im Kreuzlinger Forst


Der Wald hat viele Funktionen:
- Rohstofferzeugung (Holz)
- Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere
- Wasserspeicher (Trinkwasser für Würmtal-Zweckverband)
- Schutz vor Bodenerosion
- Klimaschutz
- Staub- und Gasfilter
- Lärmschutz
- Sauerstoff-Produktion
- Erholungsfunktion
 
(u.a. Waldlehrpfad, Sportpfad, Wald-Kindergarten)



Sportpfad

Waldlehrpfad

Waldlehrpfad - 2,4 km lang, 25 Tafeln zu den Themen:
Geschichte des Kreuzlinger Forstes, Waldentwicklung allgemein, Römerstraße, Naturschutz, Bannwald, Beschreibung der vorkommenden Baumarten (Fichte, Tanne usw.)

Hutewald - Bienenweide (Linden), Schweinemast (Eichen)


Hutewald

Pentenrieder Weiher
In der Nähe von Pentenried wurden 8 Weiher angelegt, die vom Ressbach mit Wasser versorgt wurden. Nach der Kanalisation von Unterbrunn werden die Weiher nicht mehr ausreichend mit Wasser versorgt und fallen seitdem weitgehend trocken. Nur das letzte nördlich gelegene Gewässer besteht heute noch als vom Regen gespeister naturnaher Weiher.

F. Haberland


Pentenrieder Weiher

siehe auch KIM (Kraillinger Innovationsmeile und Pionier-Übungsgelände)