Die Blauflügelige Ödlandschrecke kann Baugenehmigungen zu Fall bringen
Oedipoda caerulescens ist hochgradig gefährdet

Für den Neuntöter, der ebenfalls gleich nebenan vorkommt und dort brütet, sind die kleinen Tiere einfach nur Heuhüpfer. Er fängt die gut getarnten unscheinbaren Feldheuschrecken, frisst sie auf, oder füttert seine Jungen damit.
Vergleichbares kann sich der Mensch nicht leisten. Denn das ist ganz klar: die blauflügelige Ödlandschrecke gehört zu den hochgradig gefährdeten Tierarten. In der Gefährdungsstufe 3 ist sie vom Aussterben bedroht und bringt damit jede leichtfertig erteilte Baugenehmigung zu Fall.

Auf der nächstgelegenen Kiesfläche, mit anderen Worten: auf dem Magerrasen, der zugleich Trockenrasen ist, blühen nicht nur Kreuzenzian und Fransenenzian, die ebenfalls stark gefährdete Arten sind. Dort tummeln sich außerdem die blauflügeligen Ödlandschrecken. Das ist eine Feldschrecke der Familie Acrididae und der Unterfamilie Locustinae die den Namen Oedipodo caerulescens hat.
Das Aufleuchten der blauen Flügel des Tierchens ist jäh und überraschend. Weil diese Ödlandschrecke so gut getarnt ist, sieht man sie erst im Augenblick des Starts. Wenn sie

davonhüpft, geht das in den Flug über, und es ist gleichzeitig ein laut schnarrendes Geräusch zu hören. Weshalb man sie auch blauflügelige Schnarrheuschrecke nennt. Wenn sie landet, ist sie in der Regel schlagartig spurlos verschwunden. Jedoch nicht, weil sie unsichtbar geworden ist, sondern weil sie beim Landen mit einer Hakenlandung in Startrichtung niedergeht. Somit sitzt sie schlagartig entgegen der Flugrichtung, so dass man sie nicht wahrnimmt. Ihre Tarnfarbe ist äußerst variabel rotbraun, grau, gelblich, auch mit schwarz gezeichnet oder fast weiß. Sie richtet sich dabei stets nach dem Untergrund, auf dem sie lebt. Die Vorderflügel sind mit zwei dunklen Querbändern gezeichnet. Die Hinterflügel sind leuchtend hellblau mit gebogenen schwarzbraunen Querbändern und an der Spitze durchsichtig. Das Männchen misst 15-21 mm, das Weibchen 22-28 mm. Wir finden beide von Juli bis Oktober.

Wenn wir die Ödlandschrecke gesehen haben, dann haben wir sie noch lange nicht gefunden. Sie ist auf allen Standorten hochgradig gefährdet und in den letzten Jahren überall dramatisch zurückgegangen. An der Nahrung liegt es nicht, denn die besteht zum größten Teil aus Gräsern der Trockenrasen, die in jeder Menge zu haben sind.

Außer der blauflügeligen gibt es noch eine rotflügelige Ödlandschrecke. Sie sind verwandt, kreuzen sich aber nicht. Beide haben aber eines gemeinsam, dass sie jede mit schwarzem Filz erteilte Baugenehmigung zu Fall bringen, egal wer auch immer sie erteilt hat. Das sollte auch für den Kreuzlinger Forst gelten, insbesondere auch für das Kim-Gebiet.

Wolfgang Alexander Bajohr