Wald im Landkreis Starnberg

Der Kreuzlinger Forst (nördlich von Gauting)

Landschaft und Boden
Das Alpenvorland wurde von den Gletschern der Eiszeit geformt. Eine Gletscherzunge hat die Umgebung von München glatt gehobelt. Der Boden besteht nur aus Schotter. Die Schotterebene steigt zum Gebirge hin leicht und stetig an. Die tiefen Ausläufer sind durch das austretende Grundwasser versumpft (Dachauer Moos). Die Moore wurden erst durch die Entwässerung der letzten 2 Jahrhunderte für Ackerbau und Besiedelung erschlossen (mehr)
 


Im Kreuzlinger Forst

Naturwaldreservat Weiherbuchet  (zwischen Mühlthal und Gauting)

 

Buchenwald im Frühling

 
Das Gebiet hat eine Größe von 38 ha. Seit 1978 ist es Naturwaldreservat, d.h. es unterbleibt jegliche forstwirtschaftliche Nutzung, jetzt auch FFH-Gebiet. Geologisch ist das Gebiet Jungmoräne der Würmeiszeit, Niederterrassenschotter, mäßig trockene bis frische, kalkreiche, kiesig-sandige Lehme. Die dominierende Baumarten: ca. 140-jähriger Buchen-Mischbestand (mit Esche, Eiche, Berg- und Spitzahorn, Ulme), der Totholzanteil beträgt ca. 6% - Tendenz steigend. Typisch sind 20 m hohe glatte silbergraue Stämme, die nahezu astfrei sind, darüber eine kuppelförmige, blattreiche Krone (Waldmeister-Buchenwald).
Junge Buchen wachsen gut im Schutz anderer Bäume, da sie gegen direkte Sonneneinstrahlung und vor allem gegen Frost empfindlich sind. Im dunklen geschlossenen Buchenwald können junge Buchen nur sehr langsam wachsen, ihnen fehlt das Licht zur Entwicklung. Doch sie bekommen ihre Nahrung durch Pilze, die die alten Bäume anzapfen. Fällt ein großer Baum, bekommen sie Licht – und schießen in die Höhe.

 

Naturwaldreservat Seebuchet  (zwischen Aschering und Landstetten, Landkreis Starnberg)

Geologisch gesehen ist Seebuchet eine Endmoräne. Das Eis schob alles unsortiert vor sich her. In der Tauphase schwemmte das Wasser die leichten Teile (Lehm, Sand …) nach unten, oben blieb Kiesschotter. Sukzessionsfläche mit Buchenrestbestand auf Drumlin in der oberbayr. Jungmoräne, Höhenlage: 690-730 m.
Der Wald war Andechser Klosterwald und kam 1803 an den Bayr. Staat. Damals hatte der Wald ca. 60 % Buchen, heute dominiert (noch) die Fichte. 1976 wurden hier 12 ha als Naturreservat ausgewiesen, d.h. der Wald soll sich selbst überlassen bleiben. Jedoch kam 1992 nach Vivien/Wiebke hier eine Borkenkäferplage. Da die umliegenden Waldbauern Angst hatten, griff der Forst ein und räumte die gefährdeten Bäume mit Kran und Seilzug.
Ein Spatenstich im Fichtenwald zeigt oben Fichtennadeln, weiter unten sind die Nadeln teilweise verrottet, erst weit unten sieht man Humus. Die Nadeln brauchen rund 7 Jahre bis zur völligen Verrottung, Eschenlaub wird in wenigen Monaten zu Humus.
 

 
  Totholz (Weiherbuchet)

Naturschutzgebiet Seeholz (südlich von Utting am Ammersee)


Seeholz im Frühling

Das Gebiet ist 97 ha groß, davon sind 65 ha Laubwald mit Eichen-Hainbuchen-Bestand. Das ist beispielhaft ein Wald des Lebens, in dem aus den gefallenen ehrwürdigen Baumgreisen die Naturver-jüngung sprießt. Das Seeholz ist ein Wald, der heute noch so aussieht, wie rundum einst jeder Wald im Landkreis. Hier ist jeder Baum für sich ein Naturdenkmal. Nicht freistehende Solitärbäume sind die Methusalems der Eichen, sondern in diesem Wald stehen 50 m hoch die ältesten Eichen in großer Anzahl als Wald bei-sammen. Bei etlichen müssten sich vier Menschen mit ausge-streckten Armen bemühen, damit man sie umfassen kann.

Manche von ihnen hat das Lebensende nach vielleicht 800 Lebensjahren schon erreicht. Moderverjüngung erobert die gerissene Lücke. Dieser Eichen-Naturwald ist ein Denkmal für die Wälder von einst und Heimat für rund 7000 Tierarten, von denen der Mittelspecht die Bemerkenswerteste ist. Auch Schwarzspecht, Buntspecht, Grauspecht, Grünspecht und Kleinspecht sowie Hohltauben lassen sich beobachten (mehr).


siehe auch:
Paterzeller Eibenwald, Kulturerbe Hecke